Neu-Stadträtin Birgit Fruth künftig an Spitze der SPD-Fraktion - Rückzug von Fuchs
Nachrückerin wird zur Chefin

Florian Fuchs (rechts) hört als Fraktionsvorsitzender der SPD auf. Seine Nachfolgerin ist Birgit Fruth (Mitte). Den Vorstand komplettieren Schriftführerin Simone Böhm-Donhauser (links) sowie die Stellvertreter Martin Seibert (Zweiter von links) und Uli Hübner (Zweiter von rechts). Bild: wsb
Amberg. (tk) Für die SPD war es ein neues Konstrukt: Nach der Kommunalwahl vom März 2014 hatte sich die Fraktion auf eine Doppelspitze geeinigt. Florian Fuchs und Brigitte Netta teilten sich den Vorsitz. Im Oktober war das aber schon wieder Vergangenheit. Netta verzichtete wegen ihres Bürgermeisteramts, Fuchs blieb Chef. Seit gestern ist auch diese Konstellation überholt, die Fraktion hat eine neue Vorsitzende: Birgit Fruth.

"Meine Familie hat lange genug zurückstehen müssen", sagte Fuchs gestern und machte deutlich, dass er nach zwei verlorenen OB-Wahlen künftig nicht mehr der richtige Mann an der Spitze der Fraktion sei: "Mein politischer Zenit ist überschritten."

"Liebe Herausforderungen"

Uli Hübner (34), seit Oktober Stellvertreter und Vater einer zehn Monate alten Tochter, verzichtete darauf, Nachfolger von Florian Fuchs zu werden. Er nannte familiäre und berufliche Gründe, warum er in zweiter Reihe bleibt. Nicht so Birgit Fruth.

Die 44 Jahre alte Krumbacherin, die Mutter von zwei erwachsenen Kindern und bei der AOK als Vertriebsassistentin tätig ist, traut sich die Aufgabe zu. "Mir ist auch klar, dass ich in das Amt erst noch reinwachsen muss. Aber ich liebe Herausforderungen." Fruth, die im November für die aus dem Stadtrat ausgeschiedene Elke Schlatmann-Wellnhofer nachgerückt war, erkennt in ihrer Rolle als Neuling die große Stärke: "Für mich sind die Personen im Stadtrat alle gleich. Ich habe keine persönlichen Animositäten. Das ist das große Plus, dass ich unbeschwert an die Sache rangehen kann."

Florian Fuchs sieht das nicht anders. Birgit Fruth saß vor drei Monaten noch nicht im Stadtrat und betrachte die politische Arbeit quasi aus der Sicht der Parteibasis: "Sie ist sehr nah am Bürger dran." Mit dieser Personalie will die SPD laut Uli Hübner auch ein Zeichen setzen: "Wir sehen die Querelen von früher als beendet an und wollen sie auch nicht mehr sehen." Martin Seibert, Vorsitzender des Stadtverbands und zum zweiten stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden aufgestiegen, charakterisierte Fruth als Powerfrau: "Sie hat sehr klare Ziele, die sie auch durchsetzen will. So was brauchen wir."

Erfahrung vorhanden

Konkret hat sich die 44-Jährige, die ihre Partei auch im Bezirksverband und Unterbezirk als Vorstandsmitglied repräsentiert, ein menschenfreundliches Konzept für die Innenstadt, die Entwicklung des Bürgerspitalareals inklusive Forum und die Zukunft der Leopoldkaserne als Aufgabengebiete vorgegeben.
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