Neue Wege für Sehbehinderte

So schauen die weißen Orientierunglinien für Sehbehinderte inklusive Noppenstruktur aus. Die Stadt hat sie bei der Fahrbahnsanie-rung der B 85 rund um die Wingershofer Kreuzung neu anbringen lassen - samt Drucktasten- und Akustikampeln an den Überwegen. Die Linien gibt es auch am Carl-Schulz-Platz und beim Bürgerspital. Bild: Huber

Neue Welt für Blinde und Sehbehinderte am Wingershofer Torplatz: Dort wurden bei der Sanierung der B 85 nicht nur Akustikampeln an den Fußgängerüberwegen angebracht, sondern auch weiße Orientierungslinien mit Noppenstruktur. Alles für ein sichereres Überqueren der Kreuzung.

Das ist Wasser auf die Mühlen der Amberger Bunten, die aktuell einen ähnlichen Antrag für solche Leitsysteme in weiteren Teilen der Stadt ans Rathaus gerichtet haben. Ihr Sprecher Werner Konheiser betont aber, dass seine Wählergruppierung hier nicht vom Beispiel der Wingershofer Straße abgekupfert habe, sondern sich schon länger mit dieser Forderung befasse, die nun konkret gestellt wurde. Dabei spielt für die Bunten die ÖPNV-Anbindung eine große Rolle. Sie würden ihr Orientierungssystem gern am Bahnhof beginnen lassen, um den Busbahnhof gleich mit einzubinden. Diese beiden wichtigen Anlaufstationen sollen mit einer weißen, in den Boden eingefrästen und damit auch "fühlbaren" Linie verbunden sein.

Vom Bahnhof zum Malteser

Am Busbahnhof wären für Konheiser und seine Stadtratskollegen ferner ein tastbarer Geländegrundriss und eine akustische Fahrplanauskunft wünschenswert. Ein taktiler (=tastbarer) Stadtplan beispielsweise am Multifunktionsplatz würde obendrein die Orientierung, vor allem in der City, erleichtern. Die Altstadt ist überhaupt nach dem Bahnhof der Bereich, um den es den Bunten vorrangig geht. Hier hätten sie das Orientierungssystem mit den weißen Fräslinien gerne von Ost nach West quer durchgehend.

Das heißt konkret auf der Hauptachse von Bahnhof-, über Rathaus- und Georgenstraße bis hinauf zum Malteserplatz. Wobei nach Konheisers Ansicht eine gute Grundlage im wahrsten Sinn des Wortes schon geschaffen ist: der Rollstuhlfahrerweg, der teils sogar beidseitig das Kopfsteinpflaster unterbricht und ein stolperfreies Fortkommen auf ebenen, durchgängig verlegten Platten möglich macht. Auf oder neben ihnen könnte die rund 30 Zentimeter breite Linie angebracht werden.

Einzige, aber nicht gerade kleine Problemstelle ist die Georgenstraße, die diese Pflasterung bis zur Einmündung Roßmarkt nicht hat (im weiteren Verlauf zum Malteserplatz existiert sie schon). Hier könnten aber auch nur die Orientierungslinien vom Marktplatz aus fortgesetzt werden, meint Konheiser, der sich zu diesem Thema bei einem Fachmann aus Bayreuth schlau gemacht hat. Nach dessen Auskunft sei das Einfräsen der Rillen eine relativ günstige Angelegenheit, würden dafür keine großen Baukosten im wörtlichen Sinn anfallen.

Rollstuhlfahrerweg als Basis

Überhaupt sind laut Konheiser mit dem vorhandenen Rollstuhlfahrerweg ja schon etwa 70 Prozent der Strecke erschlossen, müssten nur zusätzlich mit den weißen Linien versehen werden. Abzweigungen von diesem geraden Verlauf könnten sich die Bunten laut ihrem Antrag übrigens zu den auf dem Weg liegenden Einrichtungen Tourist-Info und Rathaus gut vorstellen.Insgesamt fordern sie für ihr Gesamtkonzept 80 000 Euro, die die Stadt im Haushalt für 2016 bereitstellen soll. (Angemerkt)
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