Neues Bett für den Ammerbach

"Wasser marsch" hieß es für das neue Bachbett des Ammerbachs (rechts). Baggerführer Franz Braun erweiterte den Ablauf und schüttete den alten Triebwerkskanal zur früheren Rammertshofer Mühle zu. Das alte Bachbett wird fast trockenfallen, lediglich bei Hochwasser soll ein Teil davon über den Triebwerkskanal abgeleitet werden. Bild: usc

Vorbildlich nannte Dr. Hans Weiß, Abteilungsleiter am Wasserwirtschaftsamt Weiden, die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie durch die Stadt Amberg. Dazu gehört die nun in Angriff genommene Renaturierung des Ammerbachs. Seit Donnerstag fließt er oberhalb der Start- und Landebahn im neuen Bett.

Mit dieser Maßnahme wird laut Thomas Blank von städtischen Bauamt der erste Abschnitt umgesetzt. Der Bach verlief bis Donnerstagnachmittag erhöht im ehemaligen Triebwerkskanal der Rammertshofer Mühle. Entsprechend gering war die Fließgeschwindigkeit in diesem Bereich, so dass sich massiv Schlamm abgelagert hat, wodurch sich die Wasserqualität und das Futterangebot für Fische verschlechtert hatte. Das bestätigten Vertreter des Fischereivereins. Durch die Umleitung des Bachs fällt das alte Bett bald fast trocken. Lediglich bei Hochwasser soll ein Teil davon über den Triebwerkskanal abgeleitet werden.

Knappes Nahrungsangebot

Über mehrere Tage hinweg hatte der Fischereiverein den im alten Bachbett vorhandenen Fischbestand geborgen und bewertet. Zu ihrem Leidwesen fanden die Fischer zwar etliche Stichlinge vor, aber nur zwei Bachforellen und eine Müllkoppe. Gezeigt hatte sich außerdem, dass das Futterangebot für die Fische (Steinfliegen- und Köcherfliegenlarven sowie Bachflohkrebs) sehr knapp war. Seit Donnerstag verläuft der Bach an der annähernd taltiefsten Stelle als von der Fachfirma Braun aus Ursulapoppenricht als naturnah gestaltetes Gewässer. Das Gefälle wird gleichmäßig verteilt, wobei der Bereich vor der Einmündung mit Steinschüttungen gestaltet wird, um für die Hunde hier wieder eine "Badestelle" zu bieten.

Zur Erleichterung der Querung mit Schafen sieht das Landschaftsarchitekturbüro Lösch eine Furt vor. Die Notlandestelle für die Segelflieger wird freigehalten. Mit der Renaturierung will die Stadt laut Oberbürgermeister Michael Cerny den Status "gutes Gewässer" erreichen. Erste Vorstellungen der Renaturierung des Ammerbaches existieren seit Ende der 1990er Jahre. Laut Cerny wurden die Pläne seitens des Wasserwirtschaftsamts Weiden und der Vilsallianz forciert. Der OB sprach auch die Herausforderungen an die Firma Braun aus Ursensollen an : Baggerfahrer Franz Braun musste das Bachbett in Mäander-Form anlegen. Was das freiwillige Engagement der für kleine Fließgewässer zuständigen Gemeinden anbelangt, nannte Dr. Hans Weiß, Abteilungsleiter am Wasserwirtschaftsamt, das Verhalten der Stadt Amberg vorbildlich.

Wichtig für die Fische

Fischereivereins-Vorsitzender Hans-Hermann Lier verspricht sich vom ökologischen Ausbau des Ammerbachs eine bessere Sohlenstruktur, die sowohl für die Fische als auch für ihr Nahrungsangebot wichtig sei.
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