Neues Logo für Amberg

Anna und das Logo der Stadt. Die Stadtbrille, die Haube des Martinsturmes und das Türmchen, das zum Zeughaus gehört (im Hintergrund), standen in den 90er Jahren Pate für das farbige Signet. Nun soll ein neues Markenzeichen entworfen werden. Bild: Hartl

"Amberg macht richtig Laune!" So lautet der Spruch, der neben dem Logo der Stadt steht. Von dem in den 90er Jahren entworfenen Markenzeichen will sich Oberbürgermeister Michael Cerny nun verabschieden.

Das Signet sei veraltet und nicht universell einsetzbar, heißt es in einer Beschlussvorlage an den Stadtrat, die aus dem Vorzimmer des Oberbürgermeisters stammt. Einige Referate und Ämter hätten mittlerweile für ihre Briefköpfe ein eigenes Design entwickelt. "Genauso unterschiedlich wie die Darstellung ist folglich auch die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Die Stadt Amberg ist häufig nicht klar als Absender identifizierbar. Es wird keine gemeinsame Botschaft vermittelt."

Fünf Kreativbüros

Für Abhilfe soll nun ein neues "Corporate Design" sorgen. "Sinn und Zweck des Projekts ist es, die Marke Amberg zu stärken und ein Image aufzubauen, das die Stadt als modernen, kompetenten Partner präsentiert", steht weiter in der Empfehlung. "Dieses Image soll sich von der Verwaltung auf die gesamte Stadt übertragen, so dass die Amberger ihren Wohnort und Lebensmittelpunkt positiv wahrnehmen und dieses Bild auch nach außen vertreten."

Laut Oberbürgermeister Michael Cerny sei es nicht damit getan, nur eine neue Bildmarke entwerfen zu lassen. Es gehe vielmehr um "ein ganzes Bündel von identitätsstiftenden Maßnahmen". Deswegen schlägt er vor, ein ganzes Handbuch zu "Corporate Design" entwickeln zu lassen. Diese Fibel gebe die Richtlinien für das komplette äußere Erscheinungsbild der Stadt in Wort und Bild vor: Es definiert bestimmte Farben, die zu verwenden sind, und legt eine einheitliche Schriftart fest. An diese Regeln sollen sich künftig alle Abteilungen konsequent halten.

Die Umsetzung wird nicht ganz billig. Cerny schätzt die Gesamtkosten auf etwa 100 000 Euro. Etwa 20 000 Euro fielen zunächst für einen öffentlichen Teilnahmewettbewerb an. Rund 80 000 Euro seien nach Auftragsvergabe für die Erstellung des Handbuchs einzuplanen. An dem Gestaltungswettbewerb sollen sich möglichst viele Grafikagenturen beteiligen. Eine Arbeitsgruppe soll aus den eingegangenen Vorschlägen fünf Kreativbüros auswählen, die dann konkrete Vorschläge vorlegen. Diese Arbeit werde - auch bei Nichtgefallen - mit jeweils mindestens 3000 Euro honoriert.

Mit dem Pfälzer Löwen

Mit "Corporate Design" konnte Grünen-Stadtrat Helmut Wilhelm so gar nichts anfangen. "Ich komme da nicht mit", sagte er. "Bleiben wir doch einfach bei unserem schönen Stadtwappen." Der Pfälzer Löwe und die bayerischen Rauten könnten ja als Kernelement in das neue Markenzeichen einfließen, entgegnete Cerny. "Es geht allerdings nicht nur um ein Logo, sondern um ein einheitliches Erscheinungsbild." Kritik an den Kosten wollte der Oberbürgermeister nicht gelten lassen. Ein umfassendes Gestaltungshandbuch erspare den einzelnen Abteilungen viel Zeit und Geld. Auf lange Sicht komme die Stadt finanziell sogar besser weg.

Die CSU-Fraktion signalisierte dem Rathauschef volle Rückendeckung, und auch die SPD zeigte sich von der Notwendigkeit des Projekts überzeugt. "Die Stadt muss auf einen positiven Wiedererkennungswert setzen", betonte SPD-Fraktionschefin Birgit Fruth. Am Ende stimmte der Haupt- und Finanzausschuss der Beschlussvorlage mehrheitlich zu. Nur Helmut Wilhelm votierte dagegen. Michael Cerny ließ anklingen, dass auch an eine Überarbeitung des Internetauftritts gedacht sei. Der Relaunch könne aber erst erfolgen, wenn das Gestaltungshandbuch vorliegt. (Angemerkt)
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