Nicht auf Neiddiskussion einlassen

Das Flüchtlingsproblem sei von den Kommunen bald nicht mehr zu stemmen, unterstrich Oberbürgermeister Michael Cerny. Barbara Lanzinger hielt fest, dass niemand mit dieser Masse von Menschen habe rechnen können. Entwicklungsminister Gerd Müller habe sich dafür ausgesprochen, den Leuten in ihren Heimatländern zu helfen, aber letztlich sei die Entwicklungshilfe in korrupten Staats-Systemen versickert.

Sie wolle nicht schwarzmalen, sagte die Bundestagsabgeordnete. Aber noch immer säßen Millionen Menschen auf gepackten Koffern und würden eines Tages kommen. Die gerechte EU-weite Verteilung scheitere an Ländern, die einfach die Aufnahme von Flüchtlingen verweigerten. Gegensteuern könne man nur, wenn zwischen Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen genau unterschieden werde und wenn die Abschiebung in sichere Drittländer zügiger erfolge.

Es dürfe sich nicht mehr lohnen, so Lanzinger weiter, ein halbes Jahr in Deutschland abzukassieren, zu sparen, dann eventuell sogar freiwillig zurückzureisen und in der alten Heimat von dem Geld einige Monate zu leben. Keinesfalls dürfe sich Deutschland auf eine Neiddiskussion einlassen oder gar auf Pegida und deren rechte Gesinnung hereinfallen.

Lanzinger betonte, sie habe kein Problem damit, denen zu helfen, die Hilfe brauchen. Doch gegen Missbrauch müsse der Staat mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln vorgehen. (gfr)
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