Nicht ins offene Messer laufen

Auf den Weidener Top-Torjäger Christoph Hegenbart (links, 13 Treffer), müssen die Amberger besonders aufpassen. Beim FC fehlt Andre Karzmarczyk (rechts) wegen eines Außenbandanrisses. Bild: Ziegler

Derbys haben etwas ganz Besonderes - doch was am Weidener Wasserwerk abgeht, setzt der Stimmung die Oberpfälzer Krone auf. Selten wird im Vorfeld eines Bayernligaspiels so viel gesprochen, geschrieben und gefachsimpelt. Weidens Trainer Christian Stadler bringt es auf den Punkt: "Mehr Topspiel geht nicht."

Denn das Duell zwischen der SpVgg SV Weiden und dem FC Amberg (Anpfiff 15 Uhr) ist nicht nur das Derby in der nördlichen Oberpfalz schlechthin, es ist auch das Aufeinandertreffen zwischen dem Tabellenführer Weiden (51 Punkte) und dem Tabellenzweiten Amberg (49 Punkte).

Eine Konstellation, die viel verspricht: "Beide Mannschaften stehen unter Druck, denn so ein Spiel will keiner verlieren," sagt Stadler. Dem pflichtet FC-Coach Timo Rost bei: "Derby plus Topspiel - das ist eine Situation, die jedes Fanherz in der Oberpfalz doch höher schlagen lässt."

Auch dreckig siegen

So hoch die Spannung, so ungewiss ist dann auch eine Vorhersage für dieses Spiel. Denn beide Mannschaften sind gut drauf: Weiden zeigte zuletzt mit dem 0:1-Auswärtssieg, dass man auch dreckig siegen kann, gewann die letzten drei Spiele, stellt mit erst 16 Gegentreffern die zweitbeste Defensive und ist dazu die drittbeste Heimmannschaft der Bayernliga.

Im Hinspiel 0:2-Niederlage

Der FC Amberg hingegen kann eine niederlagenlose Serie von neun Spielen sowie die zweitbeste Offensive (53 Tore) der Liga aufweisen und hat zudem auf fremden Plätzen die zweitmeisten Punkte in der Liga (hinter der SpVgg Weiden) geholt. Doch all das sind Statistiken, die am Samstag, 21. März, am Ende nicht zählen. Das Hinspiel im Stadion am Schanzl gewannen die Weidener damals im August mit 2:0 durch Tore von Stefan Graf und Christoph Hegenbart.

Der Unterschied zu damals: Im August hatte sich der FC Amberg noch nicht gefunden, jetzt ist die Elf vom Schanzl eingespielt, das weiß auch Weidens Trainer Christian Stadler. Er glaubt, dass zu Beginn des Spiels erst einmal Abtasten angesagt sei, obwohl das eigentlich gar nichts sei für beide Teams: "Es wird wohl keiner dem anderen ins offene Messer laufen. Aber beide Mannschaft wollen und können vor allem eins: nach vorne spielen. Und das wird dann auch passieren."

Mit offensivem Stil

Eine Einschätzung, die Timo Rost teilt: "Wir wollen nach Weiden fahren, um zu gewinnen. Dafür werden wir versuchen, unseren offensiven Stil durchzusetzen. Wir wissen aber auch, dass derjenige das Spiel gewinnt, der am Ende weniger Fehler macht." Unabhängig vom Ausgang der Partie: von einer Vorentscheidung in Sachen Aufstiegsrennen wollen beide Trainer nicht sprechen und haben damit wohl auch recht. Denn noch sind es zehn Partien und damit 30 noch zu vergebene Punkte. "Die Liga ist zu stark und zu ausgeglichen, deshalb wird das Rennen um die Meisterschaft bis zum Schluss gehen", prophezeit Timo Rost.

Nur einer fehlt

Für das Derby stehen ihm, abgesehen von Andre Karzmarczyk (Außenbandanriss), alle Mann zur Verfügung. Gleiches gilt für die SpVgg, wo Christian Stadler ebenfalls auf sein gesamtes Personal zurückgreifen kann. Und so hat dieses lang erwartete Duell zwischen der SpVgg SV Weiden und dem FC Amberg an diesem 25. Spieltag eine so besondere Konstellation, die einfach nur Lust macht auf auf Fußball.

Es wäre also angerichtet - jetzt muss dieses Spiel eigentlich nur noch das Spektakel werden, das man sich erhofft.

SpVgg SV Weiden: Forster, Wildenauer, Wendl, Kohl, Riester, Burger, Graf, Schneider, Schecklmann, Lieder, Geber, Egeter, Hegenbart, Wodniok.

FC Amberg: Götz (1), Schober (25), Ceesay (15), Gorgiev (5), Jobst (23), Hock (2), Graml (6), Hempel (14), Knorr (17), Lincke (19), Morin (22), Plänitz (13), Schwarzfischer (21), Wiedmann (10), Dietl (8), Hauck (27), Seifert (16), Seitz (9), Wiesner (7), Werner (11).
Weitere Beiträge zu den Themen: SpVgg (24098)SpVgg SV Weiden (3796)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.