Nichts für schwache Nerven

Abwehrchef Boris Flamik (links) hält im letzten Moment den Schläger in die Schussbahn von Schweinfurts Fritz Geuder (rechts), der am Tor von Oliver Engmann vorbeizielt. Der ERSC-Schlussmann war der "Held des Abend" und krönte seine überragende Leistung 42 Sekunden vor Ende einen Penalty von Dion Campbell parierte und den Amberger den Sieg gegen den Spitzenreiter rettete. Bild: Venzl

Das Amberger Eisstadion ist kein guter Ort für Spitzenreiter: Nach dem EC Bad Kissingen musste auch der ERV Schweinfurt die Heimfahrt ohne Tabellenführung antreten. Die Löwen triumphierten in einem wahren Eishockey-Krimi mit 4:3 und hatten den "Held des Abends" auf ihrer Seite.

42 Sekunden vor dem Ende unterlief den Gastgebern ein Wechselfehler mit Folgen, denn nach dem Regelwerk wird dieser - nach Ablauf der 58. Spielminute - mit einem Penalty bestraft. Der kanadische Stürmer der Mighty Dogs, Dion Campbell, trat an - und scheiterte an Oliver Engmann. Der Löwen-Torhüter krönte damit am Freitagabend seine überragende Leistung und die seiner Mitspieler in einer packenden, temporeichen Begegnung in der Eishockey-Landesliga. Sein Gegenüber auf Schweinfurter Seite, Timo Jung, stand dem in nichts nach, denn der hatte noch deutlich mehr Arbeit zu erledigen, gegen einen ab dem Mitteldrittel wie entfesselten ERSC.

Schmerzhafter Treffer

Schon die Anfangsphase war abwechslungsreich mit gut einem halben Dutzend Torschüssen. Einer traf Löwen-Verteidiger Michael Augsberger am Knöchel, weshalb für ihn die Partie rasch beendet war. Der ERSC bekam zunehmend mehr Spielanteile, Schweinfurt blieb bei seinen Breaks jederzeit brandgefährlich. Dennoch endete das erste Drittel torlos - ein Verdienst der Torhüter. Zum Mittelabschnitt schienen die Löwen noch eine Schippe drauflegen zu wollen, gerieten aber in Unterzahl. Da zeigte Schweinfurt seine spielerische Klasse, denn nach nur 15 Sekunden Powerplay führte es mit 1:0.

Dies zeigte Wirkung beim ERSC, denn nur weitere 39 Sekunden später setzten die Franken einen zweiten Treffer drauf. Es spricht für die Moral der Amberger Mannschaft, dass sie sich aus dieser schwierigen Lage selbst wieder befreiten. Die Truppe von Alex Reichenberger riss die Partie an sich, jedoch stand zumeist Timo Jung einem Treffer im Wege.

Überzahl-Doppelpack

Mitte des Drittels war er aber doch erstmals bezwungen, als Florian Bartels ein Powerplay mit dem 1:2 abschloss. Wenig später doppelte Überzahl für Amberg - und Dominik Farnbauer brauchte gerade einmal sieben Sekunden zum Ausgleich.

Ein Knackpunkt der Begegnung gleich zu Beginn des letzten Drittels, als der ERSC eine Strafzeit kassierte. In Unterzahl eroberte sich Andreas Hampl in der neutralen Zone die Scheibe, lief allen Gegenspielern auf und davon und verwandelte den Konter eiskalt zur ersten Führung der Schwarz-Gelben. Die legten jetzt ein großes Selbstvertrauen an den Tag, überstanden auch Phasen in doppelter Unterzahl und bekamen buchstäblich die "zweite Luft".

Völlig allein vor dem Tor

Das 4:2 lag mehrmals in der Luft und fiel schließlich durch einen Schlagschuss von Christoph Schönberger. Aber Schweinfurt steckte nicht zurück und Marcel Bendel brachte sein Team nochmals heran. In der Folge verpassten die Amberger Florian Bartels, Matti Swadzba und David Rybka - jeweils völlig alleine vor Gästetorhüter Jung - eine Vorentscheidung. So steigerte sich die Spannung weiter bis zum Höhepunkt mit dem Penalty in der Schlussminute.
Weitere Beiträge zu den Themen: Dezember 2015 (2649)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.