Nichts ist daran peinlich

Haben Sie keine Scheu, mit Ihrem Arzt über Inkontinenz zu sprechen.

Wenn es "pressiert", dann beginnt die hektische Suche nach der nächsten Toilette. Für viele Menschen ist das nicht die Ausnahme, sondern anstrengender Alltag.

Für die Menschen nämlich, die an Inkontinenz leiden. Bis zu 40 Prozent der Frauen über 65 sind davon betroffen, etwa zehn bis 20 Prozent der Männer. Die Dunkelziffer ist aber wesentlich höher, denn Inkontinenz ist für viele noch immer ein Tabuthema.

"Sie sollten keine Angst vor dem Arztbesuch haben", erklärte Josef Koller, Oberarzt der Urologischen Klinik im Klinikum St. Marien beim "Ratgeber Gesundheit". "Denn Inkontinenz ist behandelbar und heilbar. Damit aber die richtige Therapie gefunden werden kann, müssen Betroffene ihre Probleme unbedingt dem Arzt mitteilen."

"Wir unterscheiden zwischen zwei Formen der Harninkontinenz", so der Experte laut Pressemitteilung. "Die Belastungsinkontinenz mit unwillkürlichem Urinverlust bei körperlicher Belastung, Husten oder Niesen und die Dranginkontinenz mit plötzlich vorausgegangenem Drangempfinden." Die Belastungsinkontinenz trete meist bei Frauen auf. Gründe dafür seien beispielsweise Senkungsbeschwerden oder ein Trauma der Vagina durch eine Entbindung.

"Bei Männern tritt die Belastungsinkontinenz fast ausschließlich infolge operativer Eingriffe wie einer Prostatakrebsoperation auf", erläuterte Josef Koller. Wenn konservative Therapien wie Beckenbodentraining ausgeschöpft sind, könne eine Operation helfen.

"Am Klinikum führen wir solche Operationen mit kleinen Schnitten durch", berichtete der Urologe. "Dafür steht uns seit diesem Jahr ein 3D-System zur Verfügung, das uns plastische und extrem realistische Bilder aus dem Körperinneren liefert. Damit können wir noch genauer und somit sicherer operieren."
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