Noch ist die Zeit der Trauer
Angemerkt

Ein weiser Professor hat mal in einer Vorlesung Anfang der 90er Jahre erzählt, er meine, Deutschland habe den Nationalsozialismus erst überwunden, wenn es jemand gelinge, einen unterhaltsamen Roman darüber zu schreiben, wie sich auf einer Kraft-durch-Freude-Kreuzfahrt zwei Agenten des Sicherheitsdienstes und der Gestapo gegenseitig bespitzelten. Vermutlich denkt noch heute niemand über ein Buch in dieser Art nach. Schreiben könnte es ohnehin keiner.

Jede Äußerung über den Nationalsozialismus ist gefährlich, unbedachte Halbsätze zerstören Karrieren. Umso beeindruckender, wie sich Gerd Geismann bei der Vorstellung von "Facetten des Nationalsozialismus in der Oberpfalz" der Sache annahm. Klug und zugleich leidenschaftlich erzählte er von Jack Terry, der als jüngster Häftling das KZ Flossenbürg überlebte, dort aber Gott verlor. Von den neun Juden, die 1933 noch in Sulzbach lebten und von denen keiner dauerhaft zurückkam.

Johannes Laschinger hatte Geismann gebeten, das Buch vorzustellen, nachdem er erlebt hatte, wie bewegend dieser über die Synagoge in seiner Heimatstadt spricht. Es war eine gute Wahl. Die Kraft-durch-Freude-Verwechslungsgeschichte wird noch lange auf ihre Umsetzung warten müssen. Selbst auf lokaler Ebene wissen wir noch nicht genug über den Nationalsozialismus, um die Zeit der Trauer abschließen zu können.



Im Blickpunkt 16-Jähriger zeigt sich geständig

Amberg. Dringend tatverdächtig, einen Getränkemarkt in der Bayreuther Straße überfallen zu haben ist ein 16-Jähriger aus dem Stadtgebiet. Das ergaben die bisherigen Ermittlungen der Kripo. Am 5. November hatte eine Mitarbeiterin des Getränkemarktes den zunächst Unbekannten beobachtet, als er Schnapsflaschen entwendete. Darauf angesprochen, reagierte dieser äußerst aggressiv, schlug auf die Frau ein und flüchtete (wir berichteten). Ein Zeuge hatte das Geschehen beobachtet, verfolgte den Flüchtigen und verlor ihn dann allerdings aus den Augen. Die Ermittlungen führten nun zu dem 16-Jährigen, der die Tat gestand.

König nun alle fünf Jahre

Amberg. In seiner heutigen Sitzung (15 Uhr, Prechtl-Kabinett im Stadtmuseum) entscheidet der Kulturausschuss darüber, ob das Welttheater auf dem Mariahilfberg künftig alle fünf Jahre zur Aufführung kommt. Die Sitzung ist öffentlich.
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