Noch kein Höhenflug mit Vogel

Für Timo Rost ist es das "leichteste Spiel der Saison", denn der Sieger scheint vorab schon festzustehen. Die Rede ist von der Regionalligamannschaft des FC Bayern München - aber die steht in der Tabelle nicht da, wo sie von vielen Experten erwartet wurde.

An diesem Wochenende steigt der letzte Spieltag der Hinrunde in der Regionalliga Bayern. Die Frage nach dem Herbstmeister ist bereits geklärt: Diesen inoffiziellen Titel sicherte sich bereits am vergangenen Spieltag der SSV Jahn Regensburg. Ob die Regensburger es aber schaffen, die Hinrunde mit nur einer Niederlage abzuschließen, wird man erst am Dienstagabend wissen, wenn sie zum Spitzenspiel zum aktuellen Zweitplatzierten 1. FC Nürnberg II reisen.

Eröffnet wird der 17. Spieltag hingegen mit dem schwäbischen Derby zwischen dem FC Memmingen und dem FC Augsburg II. Beim Tabellen-15. Viktoria Aschaffenburg gibt es das Heimdebüt von Neutrainer Rudi Bommer gegen den FC Ingolstadt II - das erste Spiel unter Bommer ging allerdings schon mal mit 1:2 in Unterhaching verloren. Auf die Hachinger wartet nach ihrem Pokalcoup gegen RB Leipzig am Dienstag jetzt wieder der Liga-Alltag mit dem Duell gegen den TSV Buchbach. Beim fränkischen Duell zwischen der SpVgg Greuther Fürth und dem 1. FC Schweinfurt 05 ist Brisanz garantiert - Stichwort Abstiegskampf.

Der FC Amberg steht hingegen "vor dem leichtesten Spiel der Saison", so bezeichnete es zumindest FC-Trainer Timo Rost, wenn es zum FC Bayern München II ins altehrwürdige Grünwalder Stadion geht.

Dann heißen die Gegenspieler für Plänitz, Lincke und Co. Gianluca Gaudino, Sinan Kurt oder Julian Green - Namen, die den Fußballfans bekannt sind. Spieler mit Bundesligaerfahrung, U19-Nationalspieler oder, wie im Fall Greens, US-Nationalspieler. Auf den FC Amberg warten also die potenziellen Weltstars von morgen. Aushilfen aus der ersten Mannschaft wird es nicht geben, betont FCB-Teammanager Wolfgang Dremmler: "Es ist nicht unsere Philosophie, Profis aus der ersten Mannschaft runter zu holen und bei uns spielen zu lassen. Wir wollen unsere Jungs entwickeln." Dafür ist seit dieser Saison Heiko Vogel (39) zuständig. Der war früher Trainer beim FC Basel, übernahm dann die Bayern-U 19 und ist seit dieser Saison für die Regionalligamannschaft verantwortlich. Dass ein Spiel gegen diese Elf für jedes andere Regionalligateam der Höhepunkt jeder Saison ist, darüber ist man sich bei den kleinen Bayern im Klaren, zieht daraus aber auch seine eigene Motivation.

"Wir haben nie Zeit zum Luftholen, jeder gibt gegen uns noch mal extra Gas. Das ist aber gut so, denn das ist auch unser Anspruch als FC Bayern München." Welche Qualität dieses Team hat, ist unbestritten. Ob dieser Kader aber am Ende für den großen Wurf - sprich Platz 1 und damit das ausgegebene Saisonziel - reicht? Dremmler hat in dieser Hinsicht zumindest einen kleinen Seitenhieb in Richtung des aktuellen Tabellenführers und anderer Topteams übrig: "Wir haben einen großartigen Kader, die Spieler entwickeln sich täglich weiter. Die Erfahrung zeigt, dass das in der Rückrunde immer noch ein bisschen besser läuft. Ob das dann beispielsweise auch dem Jahn gelingt, wird sich zeigen."

Vor dem FC Amberg steht die wohl namhafteste Aufgabe der laufenden Saison - auswärts beim FC Bayern München II. Ob es auch die härteste Aufgabe wird, das steht auf einem anderen Papier. Denn da, wo es zählt, stehen die Bayern ausnahmsweise nicht auf Platz 1 - sondern derzeit nur auf Platz 3 der Tabelle.
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