Nürnberger Akademie-Studenten im Kunstkombinat
Wer will hier von wem etwas?

Gastspiel von Nürnberger Kunststudenten in der Galerie des Amberger Kunstkombinats. Ein bisschen provozieren wollen sie schon. Bild: Steinbacher

Ein ästhetisches Frage-Antwort-Spiel liefern 17 Nürnberger Akademie-Studenten auf Einladung von A.K.T. im Kunstkombinat ab. Die Vernissage befeuerte den Dialog.

Es ist erklärtes Ziel des Amberger Kunstvereins A.K.T., dem künstlerischen Nachwuchs eine Plattform zu bieten. Die am Freitagabend mit einer Vernissage im Kunstkombinat eröffnete Ausstellung trifft dieses Anliegen im Kern. 17 junge Talente der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg sind mit ihrer Professorin Eva von Platen nach Amberg gekommen, um einem breiteren Publikum ihre Werke zu präsentieren. Ihre gemeinsame Frage: "Was wollt ihr eigentlich von uns?" A.K.T.-Vorsitzender Hans Graf versuchte sich in seiner kurzen Begrüßung bei der Vernissage mit einer Antwort: "Die verschiedenen Möglichkeiten sehen, die der Bereich der Bildenden Kunst bietet, das wollen wir." Um eine Diskussion über Kunst und ihre Wirkung zwischen Produzent und Rezipient anzustoßen, stellte er gleich eine Gegenfrage in den Raum: "Was wollt ihr eigentlich von uns?"

Wider das Bravsein

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Max Erl ergriff als einer der Ausstellenden das Wort. Nicht, um eine brave Einführung in die Biografien und Arbeiten seiner Studienkollegen abzuliefern, sondern über das Wesen der Kunst förmlich zu schwadronieren. Damit erhob er auch seine Antwort zur Kunst. Mit unzähligen unerwarteten Wendungen forderte er die intellektuellen Fähigkeiten seiner Zuhörer heraus und erwies sich als wahrer Meister der Satire. So sei geneigten Besuchern empfohlen, sich einen ausgestellten Brief von Erl an einen katholischen Priester zu Gemüte zu führen.

Grafs Verlangen nach Vielfalt waren die jungen Künstler durchaus entgegengekommen. Neben zeitgeistlichen Ausdrucksformen, etwa einigen Videoinstallationen, sind auch zahlreiche Exponate aus dem klassischen Kanon der Bildenden Künste zu sehen. Ideenreich zu Papier gebrachte filigrane Zeichnungen, mal mit feinen Linien, mal flächig schraffiert, zeigen, wie mit einfachen Mitteln durchaus Wirkung zu erzielen ist, indem sie den Betrachter animieren, Details genauer zu erfassen. Bei den gezeigten Gemälden mit großen, farbintensiven Flächen sind es nicht die filigranen Feinheiten, die faszinieren, sondern die Kombination von Tönen, die im Kontrast zueinander Emotionen wecken. Neben einer Reihe von Skulpturen mit unterschiedlichen Ansätzen sind auch Fotoarbeiten zu sehen. Hier sei die "Kleinöden"-Serie empfohlen, die durch eine ausgewogene Bildgestaltung und das Verhältnis, in dem die Objekte zueinander stehen, wirken.

Ein Querschnitt

Die Ausstellung repräsentiert einen angemessenen Querschnitt durch Stile und Techniken aktueller Kunst. Sie wurde mit viel Gespür für die Gesamtwirkung zusammengestellt und zeugt von teilweise überschäumender Fantasie der Studenten. Sie ist noch bis Samstag, 9. Mai, in der Galerie des Kunstkombinats, Neustift 47, zu sehen.
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