Nur noch Endspiele

Enttäuschte Löwen: Nach acht Spielen hat der ERSC Amberg erst neun Punkte auf dem Konto. Das Saisonziel Platz vier und die Qualifikation für die Zwischenrunde rückt in weite Ferne. Bild: Ziegler

Eishockey-Duelle zwischen Amberg und Nürnberg haben schon seit den 1980er-Jahren ihre besondere Brisanz. Daran hat sich nichts geändert. Auch heute Abend ab 20 Uhr steht im Amberger Eisstadion für beide einiges auf dem Spiel.

Für den ERSC Amberg gibt es in der Vorrunde der Eishockey-Landesliga nur noch "Endspiele". Die Löwen haben - vor allem wegen der beiden vermeidbaren Niederlagen gegen Haßfurt - keine guten Papiere im Hinblick auf die Qualifikation zur Zwischenrunde. Entschieden ist hier allerdings noch nichts und es sollte noch den einen oder anderen Strohhalm zum Umklammern geben. Aber es werden eben von Spiel zu Spiel weniger.

Fragezeichen hinter Hampl

Mit dem EHC 80 Nürnberg treffen die Schwarz-Gelben auf einen direkten Konkurrenten, der zuletzt ebenfalls unerwartete Ergebnisse zu verdauen hatte. Einem 3:10 vor eigenem Publikum gegen Haßfurt folgte ein 3:7 beim bis dahin punktlosen Schlusslicht in Bayreuth. Das bietet für manchen die Gelegenheit, eine Milchmädchenrechnung aufzustellen: Amberg schlägt Bayreuth zweimal haushoch und Nürnberg verliert bei den Oberfranken - ist gleich ein sicherer Erfolg für den ERSC. Solche Einschätzungen greifen (meistens) ins Leere, zumal die Löwen enorm unter Druck stehen und ersatzgeschwächt auflaufen. Trainer Alex Reichenberger fehlt definitiv der gesperrte Boris Flamik und hinter dessen Stellvertreter als Abwehrchef, Andreas Hampl, steht ein großes Fragezeichen, nachdem er am Sonntag in Erding benommen vom Eis musste und eine Nacht im Krankenhaus verbrachte.

Die "Achtzger" haben wie der ERSC eine Saison mit ständigem Auf und Ab hinter sich. Nach dem freiwilligen Bayernliga-Verzicht dauerte es lange, fast bis in den Spätsommer hinein, bis Nachrichten durchdrangen, ob und wie es beim EHC überhaupt weitergeht. Die Landesliga-Mannschaft ist da so etwas wie das fünfte Rad am Wagen im Verein und wird nur durch den Einsatz einiger Individualisten aufrecht erhalten.

Stark in Überzahl

Es stehen aber einige bekannte Akteure im Kader, wie die Bayernligastürmer Seidinger, Härtlein oder Gietl, der ehemalige Amberger Christian Gaul, Top-Torhüter Philip Schnierstein, vor allem aber Ex-DEL-Profi Hannes Körber, der ein Spiel schon mal alleine entscheiden könnte. Die große Stärke der Franken ist das Überzahlspiel, weshalb die Löwen möglichst der Strafbank fernbleiben sollten. Nur der Sieger behält seine theoretischen Chancen auf die Zwischenrunde - das könnte durchaus zu einem Geduldspiel werden.

Bereits am Dienstag, 1. Dezember (19.30 Uhr), stehen sich dann beide Teams erneut gegenüber, dann wird die zum Saisonbeginn verlegte Partie in Nürnberg nachgeholt.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.