OB lädt ein zum Anpacken

Interessiert verfolgten rund 300 Zuhörer aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens - etwa 90 Prozent von ihnen sind Stammgäste - die Worte von Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny beim Neujahrsempfang im Großen Rathaussaal. Bilder: Petra Hartl (4)

Für beide war es nicht das erste Mal. Und trotzdem war dieser Neujahrsempfang der Stadt Amberg für Michael Cerny und Wolfgang Dandorfer eine Premiere: Ersterer begrüßte dabei Vertreter aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens erstmals als Stadtoberhaupt - und Letzterer verfolgte dies ganz entspannt aus der Zuhörerperspektive.

Für Michael Cerny war es "ein besonderer Moment, die Gäste beim Neujahrsempfang erstmals als Oberbürgermeister begrüßen zu dürfen", wie er gleich zu Beginn seiner Rede gestand. Darin richtete er zunächst den Blick zurück auf lokale Ereignisse wie Kommunalwahl, Neuauflage des Welttheaters, große Investitionen in die Schulgebäude und die Unterbringung von Flüchtlingen, streifte aber auch überregionale Geschehnisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft oder den Krieg in Syrien - und, ganz aktuell, die Terrorakte in Frankreich.

Letztere erwähnte Cerny in Zusammenhang mit der Städtepartnerschaft Ambergs mit Périgueux, die auf ihr 50-jähriges Bestehen zusteuert. Der OB freut sich auf dieses Jubiläum, "auch wenn unsere Freunde" gerade "wie ganz Frankreich im Herzen getroffen sind": Die aktuelle Trauerbeflaggung am Amberger Rathaus sei "ein Symbol der Solidarität" mit ihnen. Zu seinen "persönlichen Highlights" zählte Cerny "den Beschluss, mit dem Landkreis Amberg-Sulzbach ein gemeinsames Bündnis für Inklusion ins Leben zu rufen" das bereits arbeite. Auch eine andere Zusammenarbeit sei Grund zur Freude - die Entscheidung der beiden Amberger Eishockeyclubs, "nach langen Jahren der Konkurrenz" aus dem Neben- ein Miteinander zu machen und damit dem Nachwuchs eine sportliche Zukunft zu ermöglichen. Angesichts der Bevölkerungsentwicklung seien solche Schritte unumgänglich betonte Cerny und verwies auf die angedachte Fusion von SG Siemens und TV 1861.

Zu den Rückschlägen des vergangenen Jahres, die gleichzeitig Herausforderungen fürs nächste seien, gehört laut OB die Zunahme der Leerstände in der Innenstadt, auch als Folge des zunehmenden Internet-Einkaufs. Amberg müsse deshalb gemeinsam mit dem Handel neue Wege gehen. Die Innenstadt "ist und bleibt für uns eines der wichtigsten Themen", betonte Cerny - freilich nicht nur als Shoppingmeile, sondern "als sozialer Treffpunkt", der Lebensqualität biete: "Unsere Stadt hat diese Lebensqualität", was die Amberger sich nach Cernys Ansicht aber viel zu wenig bewusst machten. Deshalb tat er dies mit Nachdruck, verwies auch auf Ambergs schulisches Angebot, "das in der Region unübertroffen ist" oder auf seine vielen erfolgreichen Unternehmen wie etwa Siemens ("Vielleicht sogar ,das' Vorzeigewerk weltweit für Industrie 4.0"): "Die Zukunft der industriellen Revolution findet heute bereits statt - nicht irgendwo, sondern hier bei uns."

Zu den wichtigsten Aspekten, die den Charakter der Stadt ausmachten, gehörten ihre vielen Ehrenamtlichen, unterstrich Cerny, der seinen Dank an diese mit dem Appell an seine Gäste verband: "Lassen Sie uns diese Kultur des Gemeinsam-Anpackens in allen Bereichen unserer Stadt leben." Dem fügte er noch ein Zitat von Franz Kafka hinzu: "Verbringe nicht die Zeit mit der Suche nach einem Hindernis. Vielleicht ist keines da."

___

Weitere Bilder im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/empfang-am2015
Weitere Beiträge zu den Themen: Januar 2015 (7958)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.