Obdachlosen misshandelt: Brüderpaar freigesprochen
Beweise reichen nicht

Das Opfer konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. Der 32-jährige Obdachlose hatte schwerste Schädelverletzungen erlitten, als er die 14 Stufen einer steinernen Haustreppe hinunterstürzte und dann auch noch unter massiver Gewaltanwendung aus der Türe eines Anwesens in Schwandorf geworfen wurde.

Zwei Tage lang verhandelte die Erste Strafkammer des Landgerichts Amberg gegen ein erheblich vorbestraftes Brüderpaar. Die Männer, 37 und 31 Jahre alt, standen in dem Verdacht, den unliebsamen Freund ihrer Schwester übel zugerichtet und dabei an den Rand des Todes gebracht zu haben.

Brüder stritten Tat ab

Ihre Anwesenheit gaben die beiden zu, nicht aber die Beteiligung an der Tat. Sie bestritten das. Doch im Verlauf des zweitägigen Prozesses stellte sich heraus: Sie hatten ihre Hand im Spiel, als es an einem Dezemberabend des vorvergangenen Jahres zu dem Vorfall im Schwandorfer Stadtteil Ettmannsdorf kam.

Ereignisse weiter unklar

Dennoch reichten die Beweise nicht zu ihrer Verurteilung. Es blieb bis zuletzt unklar, wie alles genau ablief. Daher wurden die Brüder von der Strafkammer freigesprochen, weil sich nicht schlüssig feststellen ließ, wer von den beiden für die massiven Verletzungen des Opfers verantwortlich war. Der damals nur durch rasches ärztliches Handeln gerettete 32-Jährige, der die zwei Beschuldigten von Haftaufenthalten her kannte und sie als "gute Freunde" bezeichnete, mochte sich vor Gericht an nichts erinnern.

Von der Polizei im Krankenhaus vernommen, hatte er diverse Einzelheiten geschildert und die Angeklagten beschuldigt. Doch das, argumentierte er nun, sei unter dem Einfluss starker Medikamente geschehen. Die Richter hielten diese in der Klinik gemachten Angaben für eher nicht verwertbar.
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