Oberbayern obenauf

Für eine Überraschung bei der bayerischen Meisterschaft im Futsal sorgte der SV Raigering, der unerwartet ins Halbfinale vorstieß. Den Titel aber holte aber eine andere Mannschaft.

Der FC Deisenhofen gewann ein extrem spannendes Finale. Die Oberbayern aus der Landesliga Südost setzten sich im Endspiel um den Lotto-Bayern-Hallencup in der Amberger triMAX-Halle mit 6:5 nach Sechsmeterschießen gegen den schwäbischen Bezirksligisten BSK Olympia Neugablonz durch.

Zur "Süddeutschen"

Für den FC Deisenhofen geht es jetzt auf süddeutscher Ebene weiter. Im Viertelfinale der süddeutschen Meisterschaft trifft der bayerische Hallenmeister zu Hause auf den Vizemeister aus Baden (20./22. Februar).

Der Sieger nimmt dann am "Final Four" um die süddeutsche Hallenkrone in Gaggenau teil (28. Februar).

Knapp 1000 Zuschauer kamen bei der "Bayerischen" in Amberg voll auf ihre Kosten. Das lag auch an einer richtig guten Stimmung, etliche Fans begleiteten mit Bussen ihre Teams - allen voran die rund 80 schwäbischen Fans aus Neugablonz, die sich schon am Vormittag auf den rund 280 Kilometer weiten Weg nach Amberg machten. Und die sorgten bei jedem Spiel ihrer Mannschaft für ordentlich Betrieb auf der Tribüne.

Thomas Graml, Vorsitzender des Ausrichters SV Raigering und Bezirksspielleiter, war beeindruckt: "Es war ein tolles Turnier. Und gerade die kleinen Vereine haben für ordentlich Stimmung gesorgt. Besser hätte es nicht sein können."

"Panduren" zittern

Nach der Vorrunde standen in der Gruppe A der FC Deisenhofen und der SV Raigering (Bezirksliga Oberpfalz) als Halbfinalisten fest. Der spätere Gewinner marschierte dabei mit drei Siegen durch die Vorrunde, die "Panduren" taten sich etwas schwerer und zitterten sich im entscheidenden letzten Gruppenspiel gegen den ATSV Erlangen (Bezirksliga Mittelfranken) mit einem Unentschieden unter die besten Vier - der oberfränkische Landesligist Selbitz schied mit nur einem Punkt aus.

Enger ging es in der Gruppe B zu. Dort fiel die Entscheidung über die Halbfinalisten erst in den letzten Gruppenspielen. Neugablonz setzte sich dabei gegen den Oberpfalzmeister ASV Burglengenfeld (Landesliga Mitte) durch und war damit ebenso weiter wie der TSV Grafenau (Bezirksliga Niederbayern).

Der SV Euerbach/Kützberg (Bezirksliga Unterfranken) schied punktlos aus. Burglengenfelds Trainer Matthias Bösl ärgerte sich aber etwas, denn "es wäre mehr drin gewesen - aber wir sind froh, überhaupt hier gewesen zu sein."

Im Halbfinale musste sich auch der SV Raigering verabschieden. SV-Coach Roland Rittner war nach dem 4:6-Aus nach Sechsmeterschießen gegen den BSK Olympia Neugablonz dann auch etwas geknickt: "Es ist natürlich etwas enttäuschend, wenn man so nah dran ist. Aber wir haben uns gut verkauft und sind zufrieden."

Torwart schießt daneben

Im zweiten Halbfinale machte der spätere Turniersieger Deisenhofen kurzen Prozess mit dem TSV Grafenau und zog mit einem 2:0-Sieg ins Finale ein. Und auch das wurde - nachdem es nach der regulären Spielzeit 1:1 stand - im Sechsmeterschießen entschieden. Dort versagten dem schwäbischen Torhüter Dennis Starowoit (der dennoch zum besten Torhüter des Turniers gewählt wurde) im entscheidenden Moment die Nerven. Er setzte seinen Versuch am Tor vorbei - Marco Finster verwandelte den sechsten Sechsmeter für Deisenhofen und sicherte seinem Verein die bayerische Hallenkrone.

Verdient, meinte FC-Trainer Thomas Dötsch: "Wir wollten hier gewinnen und waren spielerisch gesehen auch die beste Mannschaft."

Nach gut sechs Stunden Hallenfußball vom Feinsten ging es dann für alle wieder auf die Heimreise. Und auch wenn es am Ende nur für Platz zwei gereicht hat: Am meisten los auf der Heimfahrt wird wohl beim Anhang des Ballsportklubs Olympia Neugablonz gewesen sein.
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