Oberbürgermeister weist Kritik an Altstadtfest-Konzept zurück
Cerny: Fehlanzeige-Vorwurf fehl am Platz

Als neuer Oberbürgermeister durfte Michael Cerny (links) im Vorjahr an der Seite der fürs Programm verantwortlichen Maria Frank (Amberger Congress Marketing) erstmals das Altstadtfest eröffnen. Auch dieses Jahr fällt der Startschuss an einem Samstag. Laut OB gibt es allerdings Überlegungen, bereits am Freitag zu beginnen. Allerdings nicht mitten in der Altstadt. Archivbild: wsb

Die Reaktion aus dem Rathaus ließ nicht lange auf sich warten. Nachdem SPD-Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth der Stadtverwaltung und OB Michael Cerny vorgeworfen hatte, die angekündigte Diskussion über Neuerungen beim Altstadtfest nicht geführt zu haben, äußerte sich der Oberbürgermeister deutlich.

"Eine Verlängerung auf drei Tage wurde im Verwaltungsrat der Amberger Congress Marketing bereits vor einigen Jahren besprochen und einstimmig abgelehnt. Auch unter Beteiligung der SPD-Vertreter."

In seiner Antwort schreibt Cerny zudem, dass die teilnehmenden Vereine wegen des ehrenamtlichen Engagements ihrer Mitglieder ein dreitägiges Fest nicht bewältigen können. Trotzdem sei ausgehend von der Diskussion im Stadtrat im Verwaltungsrat der ACM versucht worden, "eine Lösung für eine attraktive Auftaktveranstaltung am Freitag zu finden". In Abstimmung mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) werde aktuell geprüft, ob ein Altstadtfest-Start mit den Studenten jeweils am Freitagabend auf dem Campus der Hochschule möglich sei. Wegen des eigenen Festes, das gestern stattfand (Seite 23), sei diese Idee heuer nicht umsetzbar gewesen.

"Vorschläge aktiv verfolgt"

Die Stadt sei beim Altstadtfest übrigens lediglich Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde. Die Veranstaltung selbst werde von der Amberger Congress Marketing organisiert. Entsprechend seien die von der SPD gestellten Fragen vorrangig im Verwaltungsrat der ACM zu klären, in dem auch die Sozialdemokraten vertreten sind. Wörtlich heißt es in Cernys Schreiben dazu: "Über den Verwaltungsrat sollen daher auch die Weiterentwicklung des Altstadtfestes und die Vorschläge des Stadtrates aktiv verfolgt werden." Ablauf und Gestaltung des Fests seien zweimal auf der Tagesordnung einer Verwaltungsratssitzung gewesen. Dabei sei im Vorjahr auch die gewünschte Sperrzeitverkürzung besprochen worden, die aufgrund der aktuellen Rechtslage aber erneut verworfen werden musste. Michael Cerny verspricht: "Ich werde die Frage der Sperrzeitenregelung bei großen Stadtfesten deshalb auch an die Landes- und Bundespolitik adressieren. Eine entsprechende Gesetzgebung würde Rechtssicherheit für alle Beteiligten bringen." In seiner Antwort kommt der Rathauschef zur Erkenntnis: "Mehr geht natürlich immer. Aber das Wort ,Fehlanzeige' wird den vielfältigen Bemühungen der ACM, dem Engagement der Organisatoren von ,Das Weiße vom Ei' und dem Einsatz der Platzbetreiber sicher nicht gerecht."

"Alle aufgerufen"

Die Meinung der SPD, dass die Chance, ein "Wir-Gefühl" entstehen zu lassen, verpasst worden sei, kann der OB nicht teilen: "Grundsätzlich sind alle Bürger, Vereine sowie Gastronomen dazu aufgerufen, das Amberger Altstadtfest mitzugestalten." Zudem habe sich die Anzahl der beteiligten Firmen und Musiker aus Amberg und der Region nicht reduziert. Cerny: "Im Gegenteil: Die Aktion ,Das Weiße vom Ei' erweitert im Vergleich zu den Vorjahren das Angebot im Bereich Kreativität und Kultur."

Die von der SPD erwähnte Reduzierung lokaler Platzbetreiber könne er nicht bestätigen, schreibt Cerny: "Auch der Bereich um den Schweinchenbrunnen wird im Gegensatz zur Vermutung in der SPD-Anfrage heuer wieder bespielt." Die von der SPD geforderte Beschränkung auf einheimische Künstler könne er ebenfalls nicht nachvollziehen. Dies würde eine Beschneidung der kreativen Vielfalt bedeuten und wäre von daher eher kontraproduktiv.
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