Oberstufe des Max-Reger-Gymnasiums zeigt hohes Niveau der Additum-Kurse - Technische ...
Die Q macht dann doch deutlich mehr als nur "muh"

Auch Stefan Danhauser aus der Q11 erwies sich als ein Könner auf dem Flügel.
Wie macht die Q? Nein, ganz sicher nicht "muh". Fantastische Musik, das macht sie, wie man am Oberstufenkonzert der Q11 und Q12 im Festsaal des Max-Reger-Gymnasiums sehen oder eher hören konnte. Dort gaben 14 Schüler aus den Additum-Musik-Kursen (das bedeutet, dass die Schüler neben theoretischen Musikkenntnissen auch besonderes Talent im Spiel auf einem Instrument aufweisen müssen) von "Bach bis zur Gegenwart " ihre Stücke zum Besten und ernteten dafür viel Applaus vom Publikum.

Besonders erfreulich war auch die Vielfalt der Instrumente. So wurde nicht nur auf Geigen gespielt und in die Klaviertasten gegriffen. Auch auf dem Violoncello, der Querflöte, dem Saxofon und sogar der schuleigenen Orgel wurden Wohltaten für die Ohren vollbracht. So zeigte gleich zu Beginn Elisabeth Huf aus der Q11 mit ihrem Spiel des Präludiums in D-Dur BuxWV 139 von Dietrich Buxtehude, was es heißt, in einem Additum-Kurs ein Instrument zu spielen. Bravourös meisterte sie polyphonisch geführte Stimmen und Läufe sowohl in den Manualen als auch im Pedalwerk und zeigte nebenbei den mächtigen und sakralen Klang der Orgel.

Technische Genauigkeit

Mit bezaubernder Spieltechnik entführte die Q12-erin Lisa-Marie Holzschuh mit ihrer Interpretation eines "Poco adagio" von Carl Philipp Emanuel Bach in eine grazile Klangwelt und fesselte mit ihrem Spiel das Publikum: In den Pausen hätte man eine Stecknadel fallen hören können. Ebenso füllte die zweite Flötistin des Abends, Lisa Hofmann (Q12), den Saal mit Spannung durch ihr Spiel der Aria von Peteris Vasks. Mit technischer Genauigkeit meisterte sie noch so hohe Töne und übermittelte den trist-melancholischen Charakter des Stückes so, dass so manch einer nach diesem Auftritt erst einmal einen schwermütigen Seufzer von sich geben musste.

Auch Anika Bartmanns (Q11) Interpretation des zehnten Stücks aus Pjotr Iljitsch Tschaikowskis Jahreszeitenzyklus, dem Oktober, hinterließ beim Zuhörer genau das melancholische Gefühl, das einem eben ein grauer Oktobertag gibt. Ebenso Justin Söldners (Q11) einfühlsames und leidenschaftliches Spiel des Lieds ohne Worte von Felix Mendelssohn Bartholdy: Er ließ verstehen, wieso viele Stücke genau so heißen - der tragende, liedhafte Charakter eines solchen Stückes ist eben genau wie ein Lied ohne Worte. Mit technischer Brillanz und ausdrucksstarkem Spiel überzeugte noch eine weitere Pianistin: Vera Beschorner, Q11, entlockte mit ihrem scheinbar unaufgeregtem Spiel des Allegro in F-Dur von Johann Sebastian Bach dem Flügel seine mächtigen, fast schon pompös klingenden Töne und meisterte akkurat Triller und sonstige rhythmische Schwierigkeiten.

Der polnische Tanz

Auch die beiden Streicherinnen des Abends hinterließen einen bleibenden Eindruck. Zunächst zeigte Amelie Klug (Q11) mit technischer Bravour bei den beiden Stücken Sarabande und Courante von Johann Sebastian Bach zwei völlig gegensätzliche Seiten des Cellos. Zum einen die sanfte, samtweiche Seite und zum anderen die energische, virtuose, fast schon fidele. Franziska Rosemann (Q11) an der Violine hingegen betonte mit ihrer Interpretation des Polish Dance von Edmund Severn eine feurig-freudige Seite dieses Streichinstruments. So manch einer hatte danach vielleicht Lust, mal wieder das Tanzbein zu schwingen.

Insgesamt kam jeder bei diesem Abend auf seine Kosten. Die Solisten hatten eine kleine Generalprobe für die bevorstehende praktische Klausur hingelegt, die Zuhörer wurden mit wunderbaren Klängen verwöhnt.
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