ÖDP-Bundesvorsitzende referiert im Kummert-Bräu
"Utopisten sind keine Spinner"

ÖDP-Bundesvorsitzende Gabi Schimmer-Göresz diskutierte nach ihrem Vortrag über das System mit den Gästen im Kummert-Bräu. Bild: hfz
In einem vollen Bräustüberl der Kummert-Gaststätte referierte ÖDP-Bundesvorsitzende Gabi Schimmer-Göresz zum Thema "Ein System siegt sich zu Tode". Landesvorsitzender und Stadtrat Klaus Mrasek empfing die gebürtige Memmingerin nach ihrem Besuch bei der OTH Amberg-Weiden.

"Die ÖDP lehnt die Freihandelsabkommen CETA, TTIP und TiSA nicht nur wegen einzelner Detailregelungen ab, sondern aus grundsätzlichen Erwägungen. Freihandel ist neben Deregulierung und Privatisierung zentrale Säule der marktradikalen Wirtschaftsideologen", so die Referentin laut einer Pressemitteilung. Jetzt seien Fairhandelsabkommen das Gebot der Stunde.

Plünderung des Planeten

"Am Welthandel darf nur teilnehmen, wer existenzsichernde Mindestlöhne gesetzlich garantiert, die Arbeitsschutzvorschriften der UN-Arbeitsorganisation einhält und die Gesetze zum Schutz der Lebensgrundlagen stetig verbessert."

Die ÖDP-Vorsitzende startete auch einen Angriff auf die "Wachstumsideologie als Lebenslüge". Die Plünderung des Planeten werde unbeirrt fortgesetzt. Als wachstumskritische Partei stehe die ÖDP für ein Mehr an Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Demokratie, Gemeinwohl, Zeitwohlstand und Glück. Dazu setze sie auf eine Steuerreform für Arbeit und Umwelt, eine Ressourcenwende in Technik und Forschung, das Ende von Flächenfraß und eine regionale Orientierung der Wirtschaft. Besonderen Wert legt Schimmer-Göresz auf eine Gleichstellung von außerhäuslicher Erwerbsarbeit und häuslicher Tätigkeit durch Einführung eines Erziehungsgehalts.

Bildung in "Unterabteilung"

Die ÖDP verwahre sich gegen jegliche Tendenzen, den Menschen auf ein ökonomisches Subjekt zu reduzieren. Familienpolitik, wie auch Bildungspolitik seien zu einer Unterabteilung der Wirtschaftspolitik verkommen. Schimmer-Göresz verlangte nach Bildungsinhalten, die für die lebens- und überlebenswichtigen Themen sensibilisieren. Angesprochen wurde auch die gesellschaftliche Schieflage durch die zunehmende Spreizung in der Gesellschaft in wenige Reiche und immer mehr Arme. An ihre Schlussaussage "Utopisten sind keine Spinner, sondern die Realisten von morgen" schloss sich eine Diskussion an.
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