Offener Schlagabtausch

Es war ein hart umkämpfter 5:3-Erfolg für den ERSC Amberg (in weiß) beim Heimspiel am Dreikönigstag gegen den ESC Haßfurt. Bild: brü

70 Sekunden vor dem Ende macht Florian Bartels mit seinem Tor zum 5:3 für den ERSC Amberg im Spiel der Eishockey-Landesliga gegen Haßfurt den Sack zu. Davor machen sich die Löwen das Leben selbst unnötig schwer und sind drauf und dran, einen 3:0-Vorsprung gegen die Gäste zu verspielen, die nur mit einem Mini-Kader angereist sind.

Wer sich ein munteres Dreikönigs-Schießen gegen die Hawks aus dem Tabellenkeller erwartet hatte, wurde recht bald eines Besseren belehrt. Mit dem Selbstvertrauen des 5:3-Derbysieges gegen Schweinfurt im Rücken machten die Mainfranken lange Zeit das Optimum aus ihren Möglichkeiten.

Gestützt auf einen überragenden Martin Hildenbrand im Tor verteidigte die Mannschaft von Lubos Thür geschickt, brachte bei den Angriffsbemühungen des ERSC immer wieder einen Schläger dazwischen.

Die größte Chance auf Amberger Seite hatte zunächst Matti Swadzba, der von Daniel Krieger ideal angespielt worden war. Allerdings war auch hier schon Hildenbrand die Endstation. Es bedurfte schon eines Überzahlspieles, das Sebastian Aukofer auf Pass von Boris Flamik zum 1:0 abschloss. Kurz darauf erhöhte Florian Bartels eiskalt zum 2:0 und die Partie schien den erwarteten Verlauf zu gehen. Mit der besten Möglichkeit für die Gäste scheiterte David Franek an Löwen-Goalie Daniel Sellerer. Das Resultat war nach dem Anfangsdrittel dem Spielverlauf entsprechend.

Den Mittelabschnitt begann Amberg in doppelter Überzahl, aber ohne nennenswerte Abschlussmöglichkeit. Im einfachen Powerplay konnte Daniel Krieger dann auf 3:0 erhöhen, zugleich der 100.Saisontreffer der Löwen. Zu diesem Zeitpunkt war Löwenstürmer Swadzba bereits auf dem Weg ins Krankenhaus, wo eine Gehirnerschütterung diagnostiziert wurde. Der ERSC wähnte sich nun offenbar zu sicher, verfiel in Einzelaktionen und Sellerer hatte nach und nach immer mehr zu tun. Reaktionsschnell verhinderte er mehrmals den Anschlusstreffer für die Hawks, der dann zwangsläufig aber dennoch fiel. Nach dem 3:1 durch Eugen Nold war es - natürlich - Torjäger Franek, der noch vor der Drittelpause auf 3:2 verkürzte.

Haßfurt betrieb dafür großen Aufwand und die Gastgeber hatten nun deutliche Probleme mit der Zuordnung, dazu unnötige Scheibenverluste. Im Schlussabschnitt starteten die Gastgeber mit dem vermeintlich beruhigenden 4:2 durch Christoph Schönberger, ihre Linie fand die Ponitz-Truppe dadurch dennoch nicht wieder. Kräftemäßig schienen sogar die Haßfurter jetzt noch zulegen zu können und so war das 4:3, abermals durch Franek, nicht wirklich überraschend.

Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem sich für den ERSC die Kontermöglichkeiten häuften. Eine davon nutzte schließlich Bartels zum entscheidenden 5:3, was den Ambergern drei weitere Zähler einbrachte - für Trainer Stefan Ponitz das "einzig wirklich Positive an diesem Abend".

"Allerdings", so der Löwen-Coach weiter, "müssen auch solche Spiele erst einmal gewonnen werden."
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