Ohne Betroffenheitsfaktor

Rund 250 Besucher kamen zur "Französischen Filmnacht" im Ring-Theater. In der Pause gab es wieder ein paar Köstlichkeiten aus Frankreichs Küche als Fingerfood. Zum Beispiel Mousse au Chocolat. Bild: Huber

Julien will, dass Paul beim Ironman France mitmacht - mit ihm. Paul lehnt ab, doch sein Sohn Julien, 17 Jahre alt und seit seiner Geburt im Rollstuhl sitzend, bleibt hartnäckig. Schließlich willigt Paul ein. Hart trainieren die beiden für diese Herausforderung. Nicht nur in sportlicher, sondern auch in emotionaler Hinsicht.

Rund 240 Besucher der "Französischen Filmnacht", organisiert von Kulturverein Amberg und Freundeskreis Périgueux, sahen am Freitagabend im Ring-Theater großes Kino. Von "Mit ganzer Kraft" ("De toutes bös forces"), dem Zusammenfinden von Julien und Paul, deren Verhältnis vor dem Projekt Ironman sehr distanziert war, schwärmten alle in der Pause. Auch Thomas Binder, der Vorsitzende des Kulturvereins, sein Stellvertreter Eugen Burger, der in beiden Vereinen im Vorstand ist, und Kino-Betreiber Andreas Wörz waren sehr angetan von diesem Streifen, der bei der "Nuit du Cinéma" in der Originalfassung mit Untertiteln gezeigt wurde.

Treues Publikum

Auch mit der Resonanz auf die sechste Auflage der Filmnacht waren die Organisatoren sehr zufrieden. Die meisten Kino-Fans hatten die Tickets im Vorverkauf erworben, lediglich zehn bis 15 Karten wurden am Freitagabend noch an der Kinokasse gekauft. Die Filmnacht hat ein sehr treues Publikum: "Viele Besucher waren schon sechs Mal dabei", freute sich Binder.

Ein Cidre zur Begrüßung, ein Film im Original mit Untertiteln, ein zweites Werk in der deutschen Fassung, in der Pause ein paar französische Köstlichkeiten als Fingerfood: Das Konzept der Filmnacht geht auf. Auch am Freitag hatten die Veranstalter wieder eine glückliche Hand bei der Auswahl der Streifen bewiesen.

"Mit ganzer Kraft" war eine Mischung aus Sport und Familiengeschichte, in erster Linie aber das Zusammenfinden eines Vaters und seines Sohnes. "Ein toller Film", urteilte auch Burger, den besonders beeindruckte, wie leicht und locker die Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht, erzählt wird - "so ganz ohne den Betroffenheitsfaktor". Im zweiten Film, "Madame empfiehlt sich" ("Elle s'en va"), sahen die Zuschauer eine große französische Schauspielerin auf der Leinwand: Catherine Deneuve. Als Bettie bricht die "Grande Dame" des französischen Films aus ihrem Alltag aus, lässt ihr Leben hinter sich, um es wiederzufinden.

Ring-Theater soll bleiben

Bei der Begrüßung hatten sich die Vertreter beider Vereine vor allem bei Kino-Betreiber Andreas Wörz bedankt, in dessen Ring-Theater sie sechs Mal zu Gast waren. Wörz sagte, die Kinos hätten noch bis Mitte oder Ende Januar geöffnet. Sein Wunsch sei es, das Ring-Theater zu erhalten - "als Veranstaltungsort, wo auch die französische Filmnacht ihren Platz haben wird".
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