OTH-Zukunft immer im Blick

Das Luftbild vom Amberger Campus hängt noch im Büro des scheidenden OTH-Präsidenten. Am Mittwoch ist Professor Erich Bauers letzter Arbeitstag als Hochschulchef. Bild: Huber

Für OTH-Chef Erich Bauer hat die letzte Arbeitswoche begonnen. Das Büro hat er schon fast ausgeräumt. Nur noch ein Luftbild vom Campus hängt an der Wand, die Ernennungsurkunde zur Technischen Hochschule und eine Skizze für ein Zukunftsprojekt.

Im leeren Büro lehnt eine rund einen Meter hohe Papierrolle an der Wand. "Da drin sind die Pläne. Erst vor ein paar Tagen haben wir sie wieder herausgeholt", sagt der Präsident der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH), Professor Erich Bauer (56). "Da sieht man, welchen Stellenwert das Projekt hat." Feinsäuberlich zusammengerollt sind die Skizzen von einem Brückenparkhaus neben dem Campus, die der städtische Baureferent Markus Kühne vor etwa einem Jahr präsentiert hat. Kühne hatte ein Bauwerk entworfen, das die Schotterwüste zwischen der Hochschule und dem Sitz der Firma Grammer erschließt.

Das Parkhaus, das Platz für rund 400 Autos bieten könnte, würde auf Stelzen stehen und sich über den Altstadtring bis zum Stadtgraben ziehen. Wer sein Fahrzeug parkt, hätte also vom Hochschulgelände über eine Brücke direkten Zugang zur Altstadt. "Das wäre eine wunderbare Situation", schwärmt Bauer. "Ein Bauwerk, das einen starken Symbolcharakter hat." Damit würde auch baulich dokumentiert, dass Stadt und OTH eng verzahnt sind.

Brücke zu Grammer

Der Kühne-Plan sieht nicht nur eine reine Garage vor, sondern zusätzliche Räume, die von der Hochschule genutzt werden könnten - oder von der benachbarten Firma Grammer. Auch diese Idee eines Brückenschlags zwischen Forschung und Wirtschaft bezeichnet Bauer als ideal. "Wir arbeiten daran", verrät der noch bis morgen amtierende Hochschul-Präsident zum Stand der Dinge. Vielleicht ist der Besuch des Grammer-Aufsichtsrates im Rathaus als Fingerzeig zu werten. Laut Presse-Info hatten die Spitzen von Grammer und Stadt vereinbart, "den Kontakt nicht abreißen zu lassen".

Bauer verlässt die OTH mit vielen Zukunftsvisionen. Eine davon ist die von einer Bayerisch-Tschechischen Hochschule. Die Idee, die 2010 bereits im Landtag diskutiert wurde, liegt nach wie vor auf Eis. "Das Sprachenzentrum, die gut funktionierenden tschechisch-bayerischen Workshops, die sich mit der Umsetzung der Energiewende befassen, können Keimzellen für weitere Entwicklungen sein", erklärt Bauer. Mit der Westböhmischen Universität Pilsen arbeitet die OTH seit vielen Jahren zusammen. Der scheidende Präsident ist überzeugt: Ein Verbund mit der tschechischen Hochschule würde den Doppelstandort Amberg-Weiden weiter stärken.
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.