Pädagogik-Experte Zöpfl: Kinder aus virtueller Welt wieder ins reale Erleben holen
Lebensfreude als Kompetenz

Der Münchner Pädagoge Helmut Zöpfl (Zöpfl) im Gespräch mit dem Vorsitzenden der KEB, Sebastian Sonntag. Bild: hfz
"Veränderte Kindheit - veränderte Jugend": Dies war das Thema eines Vortrags, den der emeritierte Pädagogik-Professor Dr. Helmut Zöpfl aus München hielt.

Mit einer etwas provozierenden Eingangsfrage, die zugleich den Bogen zwischen dem Vortrags-Thema und der Flüchtlingssituation in Deutschland herstellte, eröffnete er den Abendvortrag: "Wir reden von Integration - aber wohin wollen wir überhaupt integrieren?" Diese Skepsis zog sich wie ein roter Faden durch den von der Katholische Erwachsenenbildung organisierten Abend. Achterbahn der Experimente mit Lehrplänen und pädagogischen Konzepten im Lauf der Jahre, missglückte Rechtschreibreform oder falsche Toleranz in der religiösen Erziehung und eigenen Positionierung in Schule und Kirchen: Professor Dr. Helmut Zöpfl machte deutlich, wie verschwommen und unscharf Ziele und Werte geworden sind.

Werte diskutieren, ohne damit wirksam zu sein, sei wertlos. Toleranz ohne eigenen Standpunkt sei orientierungslos. Mut zum Bekenntnis seiner religiösen Überzeugung sei gerade jetzt wichtiger denn je. Kinder müssten wieder aus dem virtuellen, medialen Leben zum wirklichen realen Erleben kommen. Die Eltern blieben Vorbild und stärkste Kraft.

Als ihn eine Lehrerin mit dem Hinweis auf die neuen Grundschul-Lehrpläne fragte, welche Kompetenz die Lehrer den Kindern am meisten vermitteln sollten, antwortete Zöpfl lapidar: "Die Freude am Leben."
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