Papa hat voll versagt
Glosse

Papa hat versagt - grausam versagt. War er es doch, der seinem Sohn vollmundig versprochen hatte: "Deutschland gegen Algerien, das nehme ich für Dich auf!" Nur so war der Sechsjährige überhaupt dazu zu bewegen, nicht bis 1 Uhr in der Nacht vor der Glotze zu sitzen und Fußball zu schauen. "Nach dem Kindergarten", so der Deal, "darfst Du Dir das Spiel in voller Länge anschauen, Ehrenwort."

Und dann das. Nicht, dass unser Sohn irgend etwas verpasst hätte über gut 115 Minuten - einige Kollegen haben gestanden, dass sie ihren verpassten Nachtschlaf "natzerlweise" beim Deutschlandspiel am Montag bekommen haben. Aber es geht um die entscheidenden fünf Minuten am Ende. Die sind nicht drauf! Einfach nicht aufgenommen! Schlicht ignoriert von dem Zefix-Mistding von Rekorder.

Dabei war er programmiert. Das ist von jedem Punkt der Welt via Smartphone möglich. Funktioniert zuverlässig, ist ja von der Deutschen Telekom. Hat auch geklappt. Zumindest teilweise, wenn man die erste und die zweite Halbzeit nimmt. Doch mitten in der Verlängerung hat das vermaledeite Kastl einfach ausgeschaltet. Programmierte Zeit ausgelaufen, rotes Aufnahmlamperl aus, hektische Betriebsamkeit.

Nichts ging mehr. Manuell aufnehmen: Fehlanzeige, schnell neu programmieren: Ging nicht. Lamperl aus, Deutschland-Spiel an der spannendsten Stelle abgeschnitten, Ärger mit dem Sohn vorprogrammiert. Die "gute" Nachricht durfte übrigens am Morgen die Mutter ihrem Junior überbringen. Großes Geschrei im oberen Stockwerk. Aber Papa hat versagt.

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Hintergrund Teelöffel verträgt nur Sahnetorten

Amberg. (ath) Ein Problem in Sachen Kritik am vorübergehend verwendeten Einweggeschirr in St. Marien erkennt Klinikums-Küchenchef Peter Fischer an: Wenn man mit dem scharfen Messer zu lange an einer oder immer derselben Stelle schneide, könne der Tellerboden durchbrechen. Apropos: Gabel und Messer, ebenfalls aus biologisch abbaubarem Material, seien so stabil, dass sie bei normalem Gebrauch nicht abbrächen.

Das ist ebenfalls eine Klage mancher Patienten gewesen, die zumindest mit dem Kaffee- bzw. Teelöffel recht haben, wie ein AZ-Test bewies. Der knackst nämlich wirklich leicht um. Ein mundgerechtes Stück Sahnetorte hält er aus, ein größeres Stück "schwereren" Kuchen schon weniger. Aber solche Bomben kann man sich auch mit der Gabel einverleiben, wenn die Patienten dazu in der Lage sind. Viele von ihnen sind froh, wenn der "Campingurlaub-Zustand" im Klinikum vorbei ist und die neuen Spülstraßen wieder das Auffahren des guten Porzellanservices möglich machen.
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