Per Segway in die Hinterhöfe

Vorsichtig machte sich OB Michael Cerny mit einem Segway vertraut. Noch feixen die Bürgermeister Brigitte Netta und Martin Preuß (im Hintergrund). Bild: upl

Am Anfang war der Oberbürgermeister noch ein bisschen wackelig auf den Beinen. Nach zehn Minuten aber stand er auf dem Segway wie eine Eins. Mit dem innovativen Gefährt machte sich Michael Cerny auf die Suche nach dem "Weißen vom Ei".

"Das Weiße vom Ei" - so lautete der Titel des Alternativprogramms zum Altstadtfest. Der Name nimmt Bezug auf die ovale Form der historischen Stadtbefestigung. In sechs Hinterhöfe hatten Künstler am Wochenende zu Mitmach-Aktionen eingeladen.

Unfall im Stadtgraben

Wie erwartet, blieb das große Gedränge etwas abseits der Festmeilen aus. "Aber genau das macht ja den Charme der Aktion aus", sagt Sebastian von der Recke, einer der Initiatoren. Nach der Premiere im vergangenen Jahr präsentierte sich "Das weiße vom Ei" heuer mit einem erweiterten Programm und mit einem besonderen Service. Wer die sechs Stationen nacheinander besuchen wollte, konnte sich per Segway durch die Stadt bewegen.

Oberbürgermeister Michael Cerny, die Bürgermeister Martin Preuß und Brigitte Netta sowie einige Stadträte wagten sich dazu am Samstagnachmittag zum ersten Mal auf die einachsigen Fahrgeräte, die beim Steuern sehr viel Körpergefühl erfordern. Nach vorne beugen bedeutet beschleunigen, das Gewicht nach hinten verlagern bremsen. Nach anfänglicher Skepsis hatte das Bürgermeister-Trio den Dreh schnell raus. Stadtrat Thomas Bärthlein allerdings machte auf dem Paradeplatz Bekanntschaft mit dem Asphalt, Kollege Rupert Natter küsste im Stadtgraben unfreiwillig den Boden. "Nicht der Rede wert", kommentierten die beiden feixend ihre Ausrutscher. Vielmehr sprachen sie von einem "Wow-Effekt", der den Rathauschef laut darüber nachdenken ließ, Segway-Touren künftig regelmäßig in der Altstadt anzubieten. "Wir bräuchten halt einen geeigneten Standort für die Fahrzeuge", sagte Cerny. Aktuell sei er dazu mit den Betreibern des Kongresszentrums im Gespräch.

Kunst an Schattenplätzen

Binnen einer Stunde hatten die Segway-Fahrer die sechs Stationen der Hinterhof-Aktion abgeklappert. Vom Hotel Fronfeste ging es über den Stadtgraben an der Georgskirche vorbei zum Kunstkombinat in der Neustift. Danach führte der Weg zur Goldschmiede in der Paulanergasse. Nach einem Abstecher in die Paulanerkirche und ins Fotostudio Böhle folgte der Abschluss im Innenhof des Hotels Brunner. Hier wie dort gab es Oasen der Ruhe zu entdecken. Orte, die Raum für Muße boten. Im Hotel Brunner malten Marcus Trepesch und Heini Hohl Bilder mit Kindern.
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