Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit segnet acht Meter langes, weißes Zeichen der Kapitulation
Amberg hat wieder eine symbolträchtige Friedensfahne

Nach der Segnung wurde die neue Friedensfahne vom Turm der Dreifaltigkeitskirche herabgelassen. Sie erinnert an die Kapitulation von Amberg zum Kriegsende am 22. April 1945. Bild: ads
Weitreichende Symbolik: Gläubige versammelten sich am Samstagabend auf dem Vorplatz der Dreifaltigkeitskirche, um der Segnung einer neuen Friedensfahne durch Pfarrer Ludwig Gradl beizuwohnen. Das acht Meter lange Banner soll an jene weiße Fahne erinnern, die am 22. April 1945 zu den Abendstunden auf dem Kirchturm der Stadtpfarrkirche angebracht wurde, um den vor den Toren Ambergs stehenden amerikanischen Truppen die Kapitulation der Stadt und ihrer Bevölkerung zu signalisieren.

Wolfgang Babl regte als letzter Zeitzeuge und Mitglied einer Widerstandsgruppe innerhalb des Amberger Volkssturms unter der Leitung von Julian Keppner an, eine neue Fahne des Friedens zu kreieren und stieß damit bei Pfarrer Ludwig Gradl auf offene Ohren. In der Andacht zu der Fahnenweihe ging der Geistliche auf Babls Erinnerungen an jenen Tag ein. Um 17 Uhr habe es Panzeralarm gegeben und Keppner den Befehl an den Vater von Wolfgang Babl, die weiße Fahne vom Kirchturm Richtung Osten zu hissen. Als sie gesetzt worden sei, habe der Beschuss begonnen. Doch ein zweiter Versuch sei gelungen und die Panzer hätten das Feuer eingestellt. Nach der Segnung ergriff Bürgermeisterin Brigitte Netta das Wort und betonte, dass Amberg der einstigen Friedensfahne der Kapitulation viel zu verdanken habe.
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