Pflasterzoll und allerlei Gesindel

Wachsoldaten sorgten für Ordnung bei den "zänkischen Weibern" vor dem Pranger. Die Stadtwache zeigte zum 20-Jährigen ein Schauspiel. Bild: hfz

Die Stadtwache Amberg feierte ihr 20-jähriges Jubiläum nicht nur mit geladenen Gästen, sondern auch mit einem Tag der offenen Tür im Domizil des Vereins, dem Wingershofer Tor, und im Zeughaus. Die Nachfrage war so groß, dass einige Zusatzführungen angeboten werden mussten.

Die Besucher zeigten großes Interesse an der Vorführung von barocken Darbietungen der Tanzgruppe der Stadtwache, die in ihren prächtigen Festgewändern auftrat.

Der absolute Höhepunkt war jedoch die Aufführung des Pflasterzoll-Spieles durch die Mitglieder der Stadtwache. Mit den gut 20-minütigen Darstellung sollte den Gästen und Besuchern die Verhältnisse und Abläufe an einem Tor der Stadt so etwa um 1650 humorvoll vor Augen geführt werden, wie der Hauptmann der Stadtwache, Walter Hellmich, in einer kurzen Einführung bemerkte. Die Stadtwache mit ihrem Wingershofer Tor, der Zollstube, einem Gefängnis und dem verschließbaren großen Holztor war mit diesen aussagekräftigen eigenen Requisiten dafür bestens ausgestattet.

So konnte den Gästen ein buntes "Spectaculum" geboten werden, dass mit viel Freude angenommen wurde. Dargestellt wurde der Alltag am Tor mit ankommenden Händlern und dem einkassieren des Pflasterzolls mit den dazugehörenden Bitten und auch Klagen. Auch der Versuch eines Bettlers, ungesehen in die Stadt zu gelangen, und das Abfangen einer Fettschmugglerin wurden farbenfroh dargestellt. Die ehelichen Probleme eines Wachsoldaten, sowie zänkische Weiber und staunende Kinder, welche die Vorgänge am Tor lautstark kommentierten, wurden inhaltlich umgesetzt. Der große Applaus der Zuschauer bewies, dass das kleine Schauspiel sehr gut aufgenommen wurde. Die zahlreichen Nachfragen nach einer Wiederholung konnten die Schauspieler gerne positiv beantworten.

Das Stück "Vom Pflasterzoll und allerlei Gesindel" soll auch im Jahr 2016 mehrmals aufgeführt werden. Die jeweiligen Aufführungstermine werden rechtzeitig bekanntgegeben.
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