Pflichtaufgabe mit pikanter Note

Die Rechenspiele um Platz eins oder zwei der Fußball-Bayernliga Nord gehen womöglich bis zum letzten Spieltag weiter. Der FC Amberg hat aber noch eine ganz andere Rechnung offen, denn nach dem Hinspiel in Neudrossenfeld war Trainer Timo Rost ziemlich bedient.

Der FC Amberg hat im Rennen um Platz eins in der Bayernliga Nord während der Woche mit dem 2:2-Unentschieden in Großbardorf nicht für den erhofften Druck auf Aschaffenburg sorgen können. "Das war unglücklich und ist schade. Wir hätten die Chancen zum Sieg gehabt", trauert FC-Trainer Timo Rost dem vergebenen Sieg hinterher, schiebt aber gleich nach: "Ob wir Erster oder Zweiter werden, interessiert uns nicht."

Zweitschwächste Abwehr

Doch egal ob Platz eins oder zwei - ein Sieg am Samstag, 9. Mai, um 16 Uhr gegen den Tabellenvorletzten TSV Neudrossenfeld ist fest eingeplant. Dort hatte man sich die Saison eigentlich anders vorgestellt. Doch der Meister der Landesliga Nordost aus der Vorsaison steht tief im Keller. Platz 17 mit nur 18 Punkten, die zweitschwächste Defensive der Liga mit 66 Gegentreffern (nur Memmelsdorf hat mehr kassiert) - seit Wochen steht die Relegation fest.

Die Ursachen liegen auf der Hand: Seit Mitte Oktober ist man ohne Sieg, holte im Jahr 2015 erst zwei Punkte aus neun Spielen. "Die Saison hat Spuren hinterlassen", weiß TSV-Trainer Detlef Hugel. Drei Spiele konnte sein Team in dieser Saison erst gewinnen - das Pikante daran: Eines davon gegen den FC Amberg. 4:1 gewann Neudrossenfeld im Hinspiel - eine Pleite mit Folgen, denn die drei Punkte könnte der FC Amberg jetzt gut gebrauche. Ein positiver Ausrutscher Neudrossenfelds, wie Hugel heute sagt: "Damals hatten wir eine hundertprozentige Chancenverwertung. Amberg hat uns vielleicht unterschätzt." Dass das noch mal passieren könnte, daran mag Hugel nicht so recht glauben. Die Marschroute des Trainers ist seit Wochen eindeutig: "Wir wollen in diesen Spielen Selbstvertrauen für die Relegation tanken. Das Spiel heute klammere ich bei diesem Plan aber aus."

Das liegt wohl auch an der verheerenden Auswärtsbilanz: Auf fremden Plätzen konnten die Oberfranken keines der bisherigen 15 Spiele gewinnen und holten nur zwei magere Unentschieden. Hugel erwartet dennoch eine Reaktion: "Ich will meine Mannschaft zumindest kämpfen sehen." Eine Wiederholung des Hinspielsiegs wäre also eine große Überraschung.

Daumendrücken für Weiden

Das sieht auch Timo Rost so: "Wir haben da noch etwas gutzumachen. Damals hatten wir 17:4 Torschüsse und verlieren 1:4. Diesmal wollen wir gewinnen, müssen dafür aber vielleicht auch geduldig sein." Bei vielen Fans und so manchem FC-Verantwortlichen wird der Blick am Samstag deshalb öfter auf das Handy wandern, denn zeitgleich erwartet die SpVgg Weiden den Tabellenführer Aschaffenburg. Zwar konzentriere man sich nur auf das eigene Spiel, aber Rost "drückt der SpVgg schon die Daumen" an diesem Nachmittag. Denn nur mit einem Weidener Sieg hätte der FC wohl noch Chancen, den ersten Platz zu erobern. Dafür braucht man aber noch drei Dreier, beginnend gegen Neudrossenfeld, dann gegen Ansbach (A) und Haibach (H). Aschaffenburg, das noch das Nachholspiel in Frohnlach ausstehen hat, muss noch nach Haibach und erwartet Ammerthal am letzten Spieltag.

FC Amberg: Götz (1), Schober (25), Ceesay (15), Gorgiev (5), Hock (2), Karzmarczyk (18), Graml (6), Hempel (14), Knorr (17), Lincke (19), Schwarzfischer (21), Morin (22), Plänitz (13), Wiedmann (10), Dietl (8), Hauck (27), Seifert (16), Seitz (9), Wiesner (7), Werner (11).
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