PIA nimmt leise Abschied

Das bisherige Parkleitsystem (links) ist den Stadträten zu antiquiert und zu unübersichtlich. Sie sähen es gerne, wenn es in der Nähe von Tiefgaragen so geordnete Hinweise gäbe wie beim Klinikum (rechts). Bilder: Hartl (2)

Einfach soll es sein, das neue Parkleitsystem, leicht zu verstehen und vom Auto aus immer zu erkennen. Dabei sollen möglichst wenig Schilder aufgestellt, freie Stellflächen angezeigt und unnötiger Parksuchverkehr vermieden werden. Doch Amberg wirbt im Internet noch mit dem veralteten PIA-Konzept.

Amberg. (tk) Der damalige Verkehrsreferent Otto K. Dietlmeier, Alt-Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer, der komplette ADAC-Vorstand und sogar der 2001 amtierende Verkehrsminister Kurt Bodewig - sie alle gerieten bei PIA ins Schwärmen. Dahinter verbarg sich das neuartige Konzept "Parken in Amberg", das vor 13 Jahren einen bundesweiten Wettbewerb des Automobilclubs gewann. PIA ist den Stadträten aber nicht mehr attraktiv genug. Schon im Dezember 2011 sprachen sie sich für ein modernes Parkraum-Management inklusive Leitkonzept aus, das gerade wieder aktuell ist. Doch PIA will nicht gehen. Zumindest nicht freiwillig.

Bundessieger Amberg

Wer im Internet www.amberg.de eintippt, die Rubrik Rathaus wählt und unter Projekte auf PIA klickt, liest vom in Berlin gefeierten Triumph - Amberg ist Bundessieger. In dem Bericht heißt es: "Das Parkkonzept, das zunächst auf einen Versuchszeitraum von zwei Jahren angelegt ist, basiert auf einem Bündel von Maßnahmen, die darauf abzielen, die altstadtnahen Parkplätze in erster Linie den Besuchern und Kunden zur Verfügung zu stellen." Um dies zu erreichen, wurden einst in den Parkhäusern die Gebühren drastisch reduziert (die ersten zwei Stunden waren gratis) und die der Innenstadt am nächsten gelegenen Stellflächen wie zum Beispiel beim ACC als kostenlose "Einkaufsparkplätze" auf eine Parkdauer von drei Stunden begrenzt.

Doch PIA war noch viel mehr: Anschaulich sollte der Autofahrer erkennen, an welchen Stellen er für das Parken zahlen muss, wo er sein Auto zeitlich begrenzt stehen lassen darf und wo er kostenlose Plätze findet. Zur Werbestrategie gehörte auch die Rückerstattung der Gebühren durch den Einzelhandel. Das macht heutzutage keiner mehr. Auch die unübersichtlichen Schilder sind teilweise verschwunden. PIA ist nicht mal mehr ein Auslaufmodell. Es ist Vergangenheit, ein geschlossenes Kapitel. Nur nicht im Internet. Da ist das Konzept immer noch sehr präsent.

Dennoch aktuell

"Es war ein Einstieg in ein Parkleitsystem", sagt Pressesprecherin Susanne Schwab mit dem Abstand von 13 Jahren und fügt hinzu: "Natürlich kann man das auch aus dem Internet rausnehmen." Doch ganz so eng wie ein anonymer AZ-Leser, der den Bericht über den Bundessieg der Redaktion mit der handschriftlichen Ergänzung "Wo ist PIA?" zukommen ließ, sieht es Schwab nicht: "Bei den ,Projekten' ist bereits in der Überschrift nachzulesen, dass es sich hierbei um bereits abgeschlossene Projekte handeln kann." Eine aktuelle Übersicht der unterschiedlichen Parkmodelle und Gebühren sei ja schließlich auf der Website zu finden: www.amberg.de/leben/parkplaetze.

Die neue Version des gewünschten Parkleitsystems, die Baureferent Markus Kühne im Oktober dem Stadtrat vorstellte (wir berichteten), ist dagegen nicht online zu sehen. Es sei im Moment noch eine Art Gedankenmodell, das derzeit auf seine Umsetzung wartet. (Angemerkt)
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