Pilzsaison: Sehr, sehr magere Ausbeute
Drei Fragen

Herbert Baumanis kam heuer nicht dazu, viele Pilze zu "ernten". Es gab schlicht und ergreifend nur ganz wenige. Bild: Sandig
Amberg. (san) Kein Wasser, keine Pilze: Mit dieser simplen Formel begründet Herbert Baumanis, geprüfter Pilzsachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie, warum heuer die Schwammerlsucher fast leer ausgingen. Ende Juni gab's mal richtig satt Pfifferlinge, vor ungefähr drei Wochen kamen die Steinpilze aus der Erde. Doch der Frost vor wenige Tagen machte alle Hoffnungen zunichte - die Pilzsaison ist beendet.

Ist die Schwammerl-Saison wirklich schon zu Ende?

Herbert Baumanis: Ja, mit dem Frost Anfang vergangener Woche ist sie definitiv zu Ende. Wir hatten ja an zwei Tagen Minusgrade. Essbare Pilze, die jetzt draußen stehen, darf man nicht mitnehmen, da läuft man Gefahr, eine Lebensmittelvergiftung zu bekommen. Würde es allerdings wieder milder werden und würden neue wachsen, sähe es wieder anders aus. Doch es ist fraglich, ob es wieder wärmer wird. Ganz ausschließen will ich das nicht, wir hatten schon mal an Allerheiligen 15 Grad. Und es gab auch schon im Dezember noch Eierschwammerln. Aber das ist natürlich die große Ausnahme.

Wie war insgesamt die Ausbeute der Schwammerl-Sammler?

Baumanis: Sehr, sehr mau. Das Pilzjahr 2015 war eine Katastrophe, zumindest bei uns hier. Meiner Erfahrung nach war es das schlechteste überhaupt. Ich gehe schon 50 Jahre in die Schwammerln, so eine schlechte Saison habe ich überhaupt noch nie erlebt. Ende Juni hat es kurz mal relativ viele Pfifferlinge gegeben, vor drei Wochen hat man einigermaßen Steinpilze gefunden, aber ansonsten nichts, nichts und nochmal nichts. Von einem ordentlichen Pilzjahr sind wir hier weit entfernt. Woanders kann es aber durchaus anders ausgesehen haben. Zum Beispiel im Regensburger Raum, im Bayerischen Wald, auch in der Region um Rosenheim war's viel besser.

Was wäre ideal, damit es im nächsten Jahr besser wird?

Baumanis: Dafür müsste es erst einmal ergiebige Regenfälle im Frühjahr geben. Dadurch wird das Myzel, das sich unter der Erde befindet, angeregt, um überhaupt die Fruchtkörper, also das, was wir als Pilz bezeichnen, auszubilden. In der Saison selbst sind dann feucht-warme Gewitterregen optimal - wenn an zwei Tagen mal so 40 Liter runterkommen. Es kann eigentlich nur noch besser werden. Deshalb: Auf ein neues - aber erst im nächsten Jahr.
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