Plan B reift zur Dauerlösung

Hubert Saradeth, Sachgebietsleiter Gebäudemanagement im Landratsamt, erläuterte die nötigen Umbauten, um die frühere Landwirtschaftsschule als Notunterkunft, beziehungsweise Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge, nutzen zu können. Brandschutzmaßnahmen spielten dabei eine große Rolle. Bild: Hartl

Der politische Streit wegen des anhaltenden Flüchtlingszustroms verschärft sich weiter, und die Kommunen müssen handeln. Ein angedachtes Provisorium zeigt konkrete Perspektiven auf, das freut die Beteiligten.

(zm) Katastrophenstimmung kommt deshalb nicht auf, als am Dienstagmorgen die jüngste Errungenschaft eines mehr und mehr zur Routine werdenden Krisenmanagements vorgestellt wird. Auf der Briefkastenklappe steht zwar noch in deutlich angeschrammten Lettern Landwirtschaftliche Kreisberufsschule. Ab 1. November ist der Komplex an der Ecke Hockermühl-/Adalbert-Stifter-Straße jedoch eine gemeinsame Notunterkunft der Stadt und des Landkreises.

Einen Monat später wird die Unterkunft für maximal 186 Menschen noch einmal umfirmieren. Ab dann ist sie ein Ableger der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge und Asylsuchende der Regierung der Oberpfalz in Regensburg. Die verwaltungstechnischen Grenzen werden jedoch eher fließend sein, unterstrichen bei der Begehung des Komplexes Landrat Richard Reisinger, Oberbürgermeister Michael Cerny (beide CSU) und Dr. Rolf Mehringer, Sachgebietsleiter bei der Regierung für Flüchtlings- und Integrationsangelegenheiten.

Nur noch wenige Handwerker sind in dem Komplex mit Restarbeiten befasst, und Reinigungskräfte haben die Oberhand gewonnen, als sich am Dienstag die Verantwortlichen diesen unmittelbar vor der Inbetriebnahme stehenden Lösungsansatz anschauten. Im Frühsommer sei in Gesprächen mit der Regierung ein Notfallplan für die Wintermonate entwickelt worden, erinnerte Reisinger. "Das hat sich verstetigt, das ist jetzt der Dauerzustand." Die Stadt und der Landkreis ("wir sind die Exekutive", Reisinger) seien gleichermaßen gefordert. Deshalb sei der Gedanke, "da machen wir etwas gemeinsam", schnell gereift.

Geordnete Bahnen

600 000 Euro hat der unter Hochdruck vorangetriebene Umbau der früheren Landwirtschaftsschule gekostet. Zuletzt nutzte die Amberger Franz-Xaver-Schönwerth-Realschule, die generalsaniert wird, Räume für vier Klassen. Mittelfristig soll der Bau abgerissen werden. Oberbürgermeister Michael Cerny freute sich, in den nächsten Tagen das bisherige Notunterkunfts-Provisorium, die Belegung der Turnhallen der Willmann- und Barbaraschule, auflösen und geordnete Verhältnisse anbieten zu können.
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