Plüschtier statt Smartphone
Angemerkt

Gerhard Donhauser, der Chef der Amberger Schausteller, hat nicht mitgezählt, aber genau hingeguckt: Mehr denn je laufen junge (vereinzelt auch etwas ältere) Besucher über das Messegelände, ohne auf die Stände, Buden und Fahrgeschäfte zu achten. Der Grund heißt Smartphone. Früher, sagt Donhauser, war das nicht der Fall. Deswegen war nicht alles besser, aber alles irgendwie anders. Vor allem auf der Dult. Dabei geht es weniger um die vor mehr als 20 Jahren diskutierte Frage, wo denn die rasanten Runden gefahren werden sollen, wenn der alte Platz für ein neues Hallenbad, ein Hotel und ein Kongresszentrum benötigt wird. Die Generation der Smartphone-Nutzer kann sich daran sicherlich nicht erinnern, weil sie noch nicht geboren war.

Vielmehr spielt der Wandel der Zeit eine entscheidende Rolle. Früher hatte ein Volksfest noch keine große Konkurrenz. Heutzutage haben Vereine, die Jubiläen feiern, zwar kein Riesenrad zu bieten, dafür aber definitiv ein Programm für Kinder und aufgrund der vielen ehrenamtlichen Helfer bei Bier und Bratwurst oft unschlagbare Preise. Den Schaustellern tun diese Feste weh. Ebenso wie die Lebensmittelläden, Tankstellen und Möbelmärkte, die alles verkaufen. Sogar Plüschtiere. Vor 30 Jahren gab's die nur im Fachhandel - und auf der Dult.



Im Blickpunkt

Schlecht fürs Bad, gut für die Dult

Amberg. (tk) Es gehört längst zur Dult-Tradition, dass sich die Schausteller am Donnerstag vor dem finalen Wochenende zu einem Frühschoppen treffen. Bisweilen werden dabei auch kritische Töne laut - nicht so in diesem Jahr. Wetter, Umsätze, Stimmung und die Aussichten für das Wochenende seien bestens.

Bei dem Treffen, bei dem Vertreter der Polizei und des Ordnungsamtes dieses Mal fehlten, brachte es Bürgermeisterin Brigitte Netta (SPD) auf den Punkt: "Schlechtes Badewetter ist gutes Dult-Wetter." Und so sollte es in den nächsten Tagen auch weitergehen. Schausteller-Pfarrer Martin Fuchs war der einzige, der nachdenkliche Töne anstimmte.

In Zeiten wie diesen müssten die Fieranten froh sein, wenn sich die Umsätze stabilisieren beziehungsweise die Einnahmen tendenziell leicht erhöhen. Dabei dürfe aber nicht missachtet werden, dass parallel dazu die Kosten explodieren - beispielsweise für Strom und Personal. Die Politik, so der Geistliche in Anwesenheit des SPD-Landtagsabgeordneten Reinhold Strobl, sei gefordert, die Rahmenbedingungen immer wieder zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern.
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