Poetry Slam

Ende der 80er Jahre in Chicago entwickelt, hat das feuilletonistische Veranstaltungsformat Poetry Slam in den 90er Jahren in Deutschland gegriffen. Anfangs als eine Art subkultureller Bühnenwettstreit mit experimentellen Texten oder avantgardistischer Dichtung.

Wer so will, kann von Jungen Wilden des Literaturbetriebs sprechen, die sich live rezitierend dem Publikum in einem Wettstreit stellen und ihre Zuhörer einen Sieger küren lassen. Der Poetry Slam als festes Veranstaltungsformat stellt eine Schnittstelle von Literatur und deren (inszenierter) Rezitation durch den Autor dar. Naheliegend sind deshalb beispielsweise Verwandtschaften zu Rapper-Auftritten oder szenisch-theatralen Darstellungsformen.

Inzwischen gelten die meist jungen Autoren und Slammer als ein eigenständiges, sehr vielfältiges bis schillerndes Genre. Der etablierte Kulturbetrieb nimmt sie als ernsthafte Kunstschaffende im Umfeld von Performances wahr. Etliche der bei dieser Veranstaltung im OTH-Wintergarten auftretenden Autoren waren schon im Auftrag des Goethe-Instituts als Repräsentanten eines zeitgeistlichen Umgangs mit der deutschen Sprache im Ausland unterwegs. (zm)
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