Polizei Amberg warnt vor einer neuen Masche - Betrüger tarnen sich als DHL-Lieferanten
Betrüger tarnt sich als DHL-Zusteller

Die Polizei warnt eindringlich: Sollte jemand in nächster Zeit ein Begrüßungspaket vom Versand DHL erhalten, dann ist Misstrauen angebracht. Es wäre nicht ratsam, den Inhalt einfach zu ignorieren, betonte am Freitag der Amberger Inspektionssprecher Dieter Muschler. Vor allem, wenn der Empfänger selbst nichts bestellt hat. Dann könnte er "nämlich Teil einer derzeit offenbar bundesweit umgreifenden Betrugsmasche sein".

Muschler verweist auf einen 27-Jährigen aus dem Stadtwesten, der am Donnerstag so eine Warensendung erhalten hatte. Zum Glück sei der Mann stutzig geworden. Er habe das auf seinen Namen eröffnete Konto sofort sperren lassen und damit einen möglichen Schaden abwenden können.

So oder so ähnlich funktioniere der Trick, erläutert Muschler: Der Betrüger lässt sich unter dem Namen einer real existierenden Person bei DHL registrieren. Der angemeldete Kunde erhält wenig später kostenlos ein sogenanntes Begrüßungspaket zugestellt. Dem ist eine DHL-Goldcard beigelegt, mit der man Packstations-Automaten bedienen kann. Das Päckchen mit der Zugangskarte wird gegen Vorlage des Personalausweises ausgehändigt.

Kurz darauf klingelt ein als DHL-Zusteller getarnter Betrüger erneut beim Empfänger und will das Paket wieder abholen, weil es sich "um ein Missverständnis handelte" oder "ihm ein Fehler unterlaufen sei". Da der arglose Empfänger ja nichts bestellt hat, gibt er das Paket unbekümmert zurück, schildert Muschler die übliche Reaktion der Betroffenen.

Hat der Gauner die Goldcard erst mal in seinen Händen, beginne der eigentliche Betrug. Mit Hilfe einer bei jeder Sendung auf das Handy geschickten TAN kann die Packstation dann bedient werden. Zur Übermittlung der Transaktionsnummer hat der Betrüger bereits bei der Anmeldung die Rufnummer seines eigenen Handys angegeben.

Der Täter lässt sich nun Pakete von Versandhäusern zu beliebigen Packstations-Automaten schicken und kann mit Goldcard und TAN frei über die Ware verfügen. "Dies geht in der Regel so lange gut, bis eine Rechnungsstellung erfolgt oder das Opfer eine Kontobelastung feststellt", weiß Polizeisprecher Muschler.

Gleich gelagerte Fälle, merkte er an, soll es inzwischen bundesweit geben. Verschiedene Internetforen würden bereits vor dieser neuen Masche warnen. Noch ein Tipp von Muschler: Empfänger eines Begrüßungspaketes sollten sich umgehend bei der DHL-Kundenhotline melden, falls sie keines geordert haben, und den Betrugsversuch sofort bei der Polizei anzeigen.
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