Popcorn-Verkäuferin Julia Rösch macht die Park-Kino-Schließung traurig
Begehrte Frösche und freche Jungs

Julia Rösch steht seit rund zehn Jahren hinter der Popcorn-Maschine und sorgt für volle Pappeimer im Ring-Theater und im Park-Kino.
Julia Rösch bereitet seit über zehn Jahren Popcorn für das Ring-Theater und das Park-Kino zu. Während sie über ihre Erlebnisse spricht, rührt sie mit einer Schaufel in dem riesigen Haufen der aufgeplatzten Maiskörner. Ein Dutzend der kleinen Teile kleben der 28-Jährigen am Stoffhandschuh. Ab und zu schießt eines der süßen Dinger durch die Luft, als käme es gerade aus einer Tennisball-Maschine. Kein Wunder, dass Julia Rösch sagt: "Man fühlt sich wie ein riesiges Popcorn, wenn man hier rausgeht."

In Erinnerung bleiben ihr die Frösche, die es zu jeder Popcorn-Tüte gibt. Um die Gummibärchen habe es "echt ernsthafte Rangeleien" gegeben, erzählt sie liebevoll. Vergessen wird sie sicher auch nicht die vielen frechen Jungs und Mädchen. Sie gehören zum Alltag einer Popcorn-Verkäuferin. "Kinder lieben es ja, nicht nur Popcorn zu futtern, sondern es auch auf den Boden zu werfen", erklärt sie.

Man glaubt es Rösch aufs erste Wort, wenn sie sagt: "Ich bin einfach gerne hier." Sie hätte nach eigener Aussage auch aufhören können. Die Texterin einer Werbeagentur hat mit dem Nebenjob ihre Schul- und Studienzeit finanziert. Mittlerweile ist sie noch etwa einmal monatlich hinter der Popcorn-Maschine. Schlicht, weil es ihr Spaß macht. Dass das altehrwürdige Park-Kino schließt und das Ring-Theater einer ungewissen Zukunft entgegenstrebt macht Rösch allerdings traurig. Die "schnuckeligen Kinos" und die Menschen seien ihr im vergangenen Jahrzehnt sehr ans Herz gewachsen.
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