Prechtls Vermächtnis kommt

Judith von Rauchbauer, Toni Donhauser, Oberbürgermeister Michael Cerny, Ronald Schneider, Paul Will und Wolfgang Dersch (von links) freuten sich über die Vertragsunterzeichnung, die dem Stadtmuseum am Geburtsort des Künstlers die größte Prechtl-Ausstellung überhaupt beschert. Bild: hfz

Michael Mathias Prechtl - dieser Name steht für einen großen, in Amberg geborenen Künstler und Kulturpreisträger der Stadt. 2016 wird sein Werk im Stadtmuseum in den Mittelpunkt rücken, denn im April ist die Eröffnung der neuen, großen Prechtl-Abteilung des Hauses geplant.

Ab diesem Zeitpunkt wird hier an der Zeughausstraße eine Vielzahl wertvoller Exponate zu bewundern sein, die aus dem Nachlass des Porträtzeichners, Plakatgestalters und Buchillustrators stammt. Damit sie nach Amberg ins Museum umziehen können, wurden jetzt die erforderlichen Voraussetzungen geschaffen. Dazu trafen Oberbürgermeister Michael Cerny und der Vorsitzende des 2013 gegründeten Prechtl-Fördervereins, Wolfgang Dersch, im Rathaus mit Paul Will zusammen. Mit ihm wurde ein Vertrag unterzeichnet, der der Stadt eine zunächst zehnjährige Nutzung des Vermächtnisses gestattet. Dabei fungierte Paul Will, Steuerberater aus Nürnberg, langjähriger Freund von Michael Mathias Prechtl und Liebhaber seiner Werke, als offizieller Vertreter von Frydl Prechtl-Zuleeg, der Witwe des 2003 verstorbenen Künstlers.

Am richtigen Platz

Der OB bedankte sich bei Will für sein herausragendes Engagement, das ganz im Sinne von Michael Mathias Prechtl erfolgt sei, und versprach: "Hier in Amberg sind seine Werke gut aufgehoben." Judith von Rauchbauer, Museumsleiterin und stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, nahm zusammen mit den weiteren Vorstandsmitgliedern Toni Donhauser und Ronald Schneider an diesem für sie historischen Ereignis teil, das der Stadt nach Ablauf der zehn Jahre ein Verlängerungsrecht sowie alternativ ein Vorkaufsrecht auf die Bestandteile der Sammlung garantiert.

Diese besteht aus Hunderten von herausragenden Gemälden, Aquarell- und Gouache-Bildern sowie Zeichnungen und Lithographien, aber auch Keramikobjekte gehören zu diesem bedeutungsvollen Nachlass. So groß ist der Umfang dieser Arbeiten, dass es kaum gelingen wird, alle miteinander der Öffentlichkeit zu präsentieren. "Wir werden sie daher immer nur in Teilen ausstellen können", informierte die Museumsleiterin, die diese Vertragsunterzeichnung scherzhaft mit dem "Zusammenfallen von Ostern und Weihnachten" gleichsetzte. Nicht nur, dass es durch diesen Schritt gelungen sei, das umfangreiche Oeuvre Prechtls in seiner Gesamtheit zu erhalten und in seine Heimatstadt zu bekommen. "Das Stadtmuseum befindet sich damit im Besitz der größten Prechtl-Sammlung überhaupt", verdeutlichte von Rauchbauer.

Immer nur Ausschnitte

Gemeinsam mit Kulturreferent Wolfgang Dersch dankte sie dem Dauerleihgeber für die insgesamt 80 Exponate, die eine "tolle Bereicherung für die große Prechtl-Sammlung darstellen", wie von Rauchbauer begeistert feststellte. Wohlwissend, dass auch diese "niemals in ihrer Gänze gezeigt werden kann" sagte sie Rainer Hellmann zu, bei nächster Gelegenheit ihre Schatzkammer zu öffnen und mit einem Teil der Bände eine Sonderausstellung zu konzipieren.
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