Privatwohnungen für Flüchtlinge

"Ich finde das super!" Anne Kuchler, die Flüchtlingsberaterin der Caritas, freut sich wie ein Schneekönig. Endlich steigt auch Amberg in die dezentrale Unterbringung von Asylbewerbern ein. Zwei neue Häuser dafür gibt es bereits, ein drittes ist geplant.

Es ist eine Premiere in der Vilsstadt. Noch nie hat es hier Wohnungen für Flüchtlinge außerhalb der Gemeinschaftsunterkünfte gegeben. Diese große Einrichtung an der Kümmersbrucker Straße mit ihrer Zweigstelle für Familien in Gailoh ist laut Dr. Bernhard Mitko auch ein Grund, warum Amberg bisher nie auf die dezentrale Unterbringung zurückgreifen musste. Auch derzeit leben hier nach Auskunft des Rechtsreferenten 182 Menschen; außerdem wurden die direkt neben der Polizeiinspektion liegenden Gebäude aktuell um 33 Plätze erweitert.

Dennoch hat die Stadt auf Wunsch der Regierung gehandelt. Sie steigt mit insgesamt drei Häusern in die dezentrale Unterbringung ein, um Vorsorge zu treffen für Frühjahr und Sommer, wie Mitko erläutert. Nach seiner Erfahrung wird die Zahl der Flüchtlinge nach dem Winter wieder ansteigen - Amberg hat sich darauf praktisch schon vorbereitet und leistet seinen Beitrag, der insgesamt in ganz Bayern wachsenden Zahl von Asylbewerbern Rechnung zu tragen.

Maximal 20 Bewohner

Ins erste Haus im Dreifaltigkeitsviertel sind nach Mitkos Auskunft erst zwei Bewohner eingezogen. Nach seinen Worten kommen auch nicht alle auf einmal, sondern es wird nach und nach belegt werden. Das Gleiche gilt für das zweite Haus im Stadtnorden, das erst in wenigen Tagen bezugsfertig wird. Gebäude Nummer drei ist sozusagen in Planung, muss erst noch vorbereitet und wie die anderen beiden angemietet werden. Jeweils maximal 20 Bewohner sind pro Haus vorgesehen.

"Eine menschenwürdige Unterbringung für Flüchtlinge und Asylbewerber ist für die Stadt eine Selbstverständlichkeit", erläutert Oberbürgermeister Michael Cerny, "niemand verlässt ohne Not seine Heimat. Daher bin ich sicher, dass wir Amberger unsere neuen Mitbewohner auch weiterhin freundlich aufnehmen und ihnen helfen, sich möglichst rasch bei uns wohlzufühlen."

"Kleine Einheiten wie diese bieten für die Bewohner gute Möglichkeiten der Integration", weist Mitko auf die Erfahrungen des Landkreises hin, der seine Asylbewerber schon immer dezentral unterbringt. "Für die Leute ist das wesentlich stressfreier", bestätigt auch Anne Kuchler vom Caritas-Kreisverband Amberg-Sulzbach und baut gleich ein weiteres Vorurteil ab: Die Erfahrung an anderen Orten habe gezeigt, dass das Zusammenleben mit der einheimischen Bevölkerung meist ohne große Probleme klappt. "Oft entstehen sehr gute Kontakte mit den Nachbarn", freut sich die Flüchtlingsberaterin über diese neue Chance für Amberger und Neubürger.

Für eine begrenzte Zeit

Eine Pressemitteilung zum Thema aus dem Rathaus hebt außerdem hervor, dass es sich bei diesen drei Häusern "anders als bei Gemeinschaftsunterkünften nicht um dauerhafte Einrichtungen handelt". Alle Gebäude seien im Privatbesitz und würden nur für eine begrenzte Zeit angemietet. (Angemerkt)

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Weitere Informationen zum Thema im Internet: www.oberpfalznetz.de/asyl
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