Prof. Dr. Joachim Perels referiert zum Holocaust
Gegen das Vergessen

Die Gräueltaten an den Menschen im KZ Ausschwitz nahmen am 27. Januar 1945 mit der Befreiung durch sowjetische Truppen ein Ende. Seit 1996 ist dieses Datum ein bundesweit verankerter Gedenktag. Das Evangelische Bildungswerk und die Katholische Erwachsenenbildung haben aus diesem Anlass einen profilierten Referenten eingeladen, der zum Thema Vergessen, Gedenken, Erinnern spricht.

"Sollte man nicht endlich die alten Geschichten vergessen, zumal unsere Generation keine Schuld mehr an den schrecklichen Morden von damals trifft?", Stimmen, die dies fordern, werden zunehmend lauter. "Und so wird der Gedenktag - trotz Trauerbeflaggung an den öffentlichen Gebäuden, trotz Erklärung zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust der Vereinten Nationen - als Pflichtstunde im Parlament gesehen", heißt es in der Pressemitteilung des Bildungswerks. Prof. Dr. Joachim Perels gilt als einer der renommiertesten Politikwissenschaftler Deutschlands. Als Sohn des Widerstandskämpfers und Bonhoeffer-Freundes Justus Perels hat er sich intensiv mit der geschichtlichen Aufarbeitung der NS-Zeit in Deutschland beschäftigt.

Kohl, Adenauer, Weizsäcker

In seinem Vortrag wendet er sich entschieden gegen die Bagatellisierung der Kontinuität der NS-Vergangenheit in der Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik. Dazu setzt er sich mit Äußerungen von Konrad Adenauer, Helmut Kohl, Richard von Weizsäcker, Hannah Arendt, Martin Walser sowie von Vertretern der Kirchen und vielen anderen auseinander. Wer Joachim Perels bei seinen früheren Vorträgen in Amberg schon erlebt hat, weiß seine engagierte, lebendige Art und seine Beschlagenheit in der Diskussion zu schätzen.

Der Vortrag im Paulaner-Gemeindehaus, Paulanerplatz 13, beginnt am Dienstag, 27. Januar, um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet zehn Euro, mit Hörerausweis fünf Euro.
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