Prozess gegen Messerstecher: Experte starb in Rothenburg
Tragische Ironie

Grausame Ironie des Schicksals: Im Prozess gegen einen 47-Jährigen, der vor dem Amberger Schwurgericht wegen des mutmaßlichen Messer-Mordes an seiner 38-jährigen Ehefrau in Schnaittenbach (Kreis Amberg-Sulzbach) angeklagt ist, hätte in diesen Tagen ein Psychotherapeut aus Franken seinen Auftritt haben sollen - der vor wenigen Monaten aber selbst tödlichen Messerstichen zum Opfer gefallen ist. Der Experte war in den vergangenen Jahren wiederholt als Sachverständiger vor Gerichten in der Oberpfalz.

Das Schicksal des Therapeuten machte Schlagzeilen: Er starb am 3. Dezember 2014 im Jobcenter der Stadt Rothenburg. Dort wurde er völlig unversehens von einem 28-Jährigen mit einem Messer attackiert und getötet. Für das Jobcenter Rothenburg war der Experte als sogenannter externer Gutachter tätig gewesen. Zuvor hatte der Therapeut in der Amberger Justizvollzugsanstalt Gespräche mit jetzt angeklagten 47-Jährigen aus Weiden geführt. Die Unterredungen unter vier Augen drehten sich vornehmlich um die Frage, weshalb der Mann seine Frau mit 53 Messerhieben umbrachte.

Ob der Psychotherapeut überhaupt ausgesagt hätte, ist allerdings zweifelhaft. Gegenüber einem Anstaltspsychologen hatte er geäußert, er wolle nicht von seiner Schweigepflicht entbunden werden. Seine schriftlichen Aufzeichnungen sind nicht mehr greifbar.
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