Punkten ohne Sozi-Klassiker
Angemerkt

Es hat etwas länger als die symbolträchtigen 100 Tage gedauert, bis deutlich wurde, dass Amberg seit April nicht nur einen neuen Oberbürgermeister von der alten Regierungspartei CSU, sondern auch eine neue SPD bekommen hat. Manche nennen es Schmuse- statt Oppositionskurs. Andere reden von der kommunalpolitischen Vernunft, nur kooperierend den gemeinsamen Wunsch, die Stadt voranzubringen, auch umsetzen zu können.

Grübeln, was da nun zutreffender sei, hilft kaum weiter. Doch klar ist, dass bei allzu viel Harmonie Profillosigkeit droht. Erfolge gehören den Stärkeren, nicht denjenigen, die sie durch ihr kooperatives Verhalten erst möglich gemacht haben. Die SPD ist auf anderen politischen Ebenen als großkoalitionärer Juniorpartner durchaus erfahren. Bloß war das immer nicht allzu lustig, stellte sich unter dem Strich der nächsten Wahl stets heraus.

So sind die Amberger Sozialdemokarten gut beraten, andere Themen als Parkhäuser, Innenstadt-Belebung und Leerstandsoffensive zu besetzen. Die sind wichtig. Deshalb ist auch wichtig, sie mitzutragen. Aber es gibt noch andere Ziele, die Menschen wertschätzen.

Grüne Themen etwa. Und da es seit der Kommunalwahl nicht zuletzt wegen der großen Harmonie im Stadtrat alltagspraktisch die dazugehörigen Parteien nicht mehr gibt, kann die SPD hier gut punkten. Die jetzige Initiative ist zudem gut geeignet, mit Menschen wieder ins Gespräch zu kommen. Der Sozi-Klassiker soziale Gerechtigkeit ist out, Öko ist in.

Nur ein Problem gibt es mit der Nachhaltigkeit. Die dauert länger als bis zur nächsten Wahl. Das städtische Forstamt denkt zeitlich in ganz anderen Größenordnungen.

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Im Blickpunkt Festnetz-Ausfall in Ammersricht

Amberg. (upl) Wer anrufen wollte, hörte nur das Besetzt-Zeichen: In Ammersricht fielen am Sonntag die Telefone aus. Nach Auskunft der Telekom waren etwa 1700 Anschlüsse von einer "Großraumstörung" betroffen. Was genau die Ursache für den Ausfall war, konnte ein Unternehmenssprecher nicht sagen. Nur so viel: Es werde an der Behebung gearbeitet. Im Laufe des heutigen Tages soll das Netz wieder für alle Kunden hergestellt sein.

Zu einem ähnlichen Blackout war es heuer im Mai bereits in der Oberen Hockermühle gekommen. Damals funktionierten zwei Tage lang Internetverbindungen und Telefonleitungen nicht mehr. Auch das Kabelfernsehen fiel aus. Bei Bauarbeiten in der Nähe war ein Glasfaserkabel durchtrennt worden.
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