Pusteblume für 1,3 Millionen

Eltern, Großeltern, Stadträte und Planer waren Gäste der offiziellen Eröffnung der Johanniter-Kinderkrippe im D-Programm. Von links: Bürgermeisterin Brigitte Netta, Johanniter-Regionalvorstand Martin Steinkirchner, Architekt Georg Kartini, Oberbürgermeister Michael Cerny, Pfarrer Thomas Schertel, Pfarrer Alois Berzl und Kita-Leiterin Katrin Sommer. Bilder: Uschald (2)

Beim Begrüßungslied zur Einweihung waren die Kinderstimmen noch nicht so deutlich zu vernehmen. Dann aber waren sie nicht mehr zu überhören - nach dem offiziellen Teil in den drei Gruppenräumen der neuen Krippe, die sich Pusteblume nennt.

Am Freitag wurde die Johanniter-Einrichtung offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Sie bietet Platz für drei Gruppen mit jeweils zwölf Kindern und trägt zu einer bedarfsgerechten Abdeckung an Krippenplätzen in Amberg bei.

Geschäftiges Treiben herrschte am Nachmittag im neuen Haus in der Fritz-Seuß-Straße 15, das mit dem kirchlichen Segen durch Johanniter-Standortpfarrer Thomas Schertel (Illschwang) und Pfarrer Alois Berzl von der benachbarten Pfarrei St. Michael eingeweiht wurde. Leiterin Katrin Sommer, die Erzieherinnen und die Kinderpflegerinnen hatten alles bestens vorbereitet, und Petrus trug das Seine bei mit spätherbstlichem Sonnenschein, als Oberbürgermeister Michael Cerny den offiziellen Teil im Freien eröffnete.

Für die Stadt sei die Pusteblume eine tolle Geschichte, räumte der OB ein. Es sei schon einige Jahre her, dass der Regionalvorstand der Johanniter, Martin Steinkirchner, ihn über das Vorhaben, eine Kinderkrippe zu bauen, informiert habe. Mit der Inbetriebnahme dieses architektonisch sehr gelungenen Hauses verfüge Amberg nun über 264 Krippenplätze. Das sei für die Stadt durchaus eine gute Situation, so Cerny.

Amberg und der Freistaat Bayern hätten über eine Million Euro für die Baumaßnahme beigesteuert, die laut Andreas Denk vom Johanniter-Regionalverband Ostbayern insgesamt 1,3 Millionen Euro gekostet hat. Michael Cerny freute sich auch darüber, dass die Kosten unterschritten werden konnten. Im Vergleich zum ersten ins Auge gefassten Standort sei hier ein wirklich schöneres Umfeld gefunden worden, was danach auch Architekt Georg Kartini aus Regenstauf bestätigte.

71 Einrichtungen

Martin Steinkirchner stellte kurz die Aktivitäten seiner Organisation vor, die in Ostbayern 71 verschiedene Einrichtungen unterhalte. Er bedankte sich für die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Bauamt bei der Finanzierung und bei der Genehmigung. "So was findet man nicht überall", versicherte er. Dem Aufbauteam der Pusteblume, den zwei Mitarbeiterinnen der ersten Stunde, Katrin Sommer und Kerstin Schnaus, sagte er ganz besonderen Dank.

"Extrem attraktiver" als der zunächst ausgesuchte Standort sei diese Platzwahl für die neue Kita gewesen, hob Architekt Georg Kartini hervor. Dies sei auch ein Verdienst der Stadt. Er habe die ursprüngliche Planung dem neuen Grundstück angepasst. Kartini freute sich, dass bei der Auswahl der Firmen fast nur einheimische Betriebe zum Zuge kamen. Es sei gelungen, den Zeitplan einzuhalten. Demnach war im April 2014 Spatenstich, im Juli Richtfest, im Dezember Fertigstellung. Im Januar erfolgte die Inbetriebnahme. Zügig konnten nach Worten Kartinis heuer die Außenanlagen geschaffen werden, zum Teil unter Einsatz von Rollrasen. "Was für Kinder zu bauen, ist eine besondere Aufgabe für den Planer, die Spaß und Freude bereitet", betonte er.

Apfelbaum gepflanzt

Pfarrer Thomas Schertel von der evangelischen Gemeinde Illschwang hatte für seine kurze Predigt eine Episode aus dem Neuen Testament ausgesucht, nämlich die Begegnung von Jesus mit Kindern. Entgegen den Bedenken der Jünger habe Jesus die Entscheidung getroffen: "Lasset die Kinder zu mir kommen." Zusammen mit dem Pfarrer der katholischen Pfarrei St. Michael, Alois Berzl, sprach Schertel den Segen über die neue Kinderkrippe. Mit dem Pflanzen eines Apfelbaums zur Erinnerung an der Tag der Einweihung beendete Martin Steinkirchner den offiziellen Teil.
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