Quartier in Halle und Container

Wir müssen schauen, wo sich der Ausfall in Grenzen hält oder der Betrieb von Nachbarschulen übernommen werden kann.
Noch weiß niemand, wann und wie viele zusätzliche Flüchtlinge nach Amberg kommen. Die Zeit drängt dennoch. Die Stadt hat nur noch 14 Tage, um ein Unterbringungskonzept zu erarbeiten und ein Winter-Notquartier zu benennen. Doch damit ist es noch lange nicht getan.

Noch zu Wochenbeginn hatte Rechtsreferent Bernhard Mitko darauf spekuliert, die Summe der zugewiesenen Flüchtlinge könnte sich an der Einwohnerzahl orientieren. Mittlerweile ist es offiziell, dass auch Amberg 200 bis 300 Neuankömmlinge aufzunehmen hat: "Obwohl wir eine eher kleine kreisfreie Stadt sind." Wie im Landkreis (wir berichteten) stehen die Turnhallen im Mittelpunkt der Überlegungen. "Wir müssen schauen, wo sich der Ausfall in Grenzen hält oder der Betrieb von Nachbarschulen übernommen werden kann", teilt Mitko auf Nachfrage mit und nennt einen für ihn entscheidenden Vorteil. Die Hallen befinden sich zum Großteil im Besitz der Stadt. Diese müsse also nicht aufwendig mit Dritten verhandeln.

Ein privates Anwesen, "wo wir uns das vorstellen können", hat der Referent dennoch auf seiner Liste stehen. Die Gespräche über die Immobilie, die sich nicht in der Altstadt befindet, seien noch am Laufen. Mehr könne er deswegen jetzt nicht sagen. Eile ist so oder so geboten: "Der Auftrag lautet, in 14 Tagen ein Konzept haben zu müssen. Und die Immobilie muss bereit sein." Das heiße aber nicht, dass in zwei Wochen die ersten Syrer, Kurden, Iraker oder Ukrainer vor der Tür stehen. Die noch zu bestimmende Unterkunft werde erst nach der Zuteilung bezogen. Wann genau das sein wird, sei noch offen. Fest steht, dass die Flüchtlinge maximal fünf Wochen in das Notquartier kommen. Sie sollen dann in eine längerfristig angelegte Bleibe wechseln. "Danach suchen wir parallel", sagt Bernhard Mitko. Auch dieses Domizil müsse 200 bis 300 Menschen Platz bieten können. Am liebsten wäre es ihm, wenn alle an einem Ort untergebracht werden könnten. In anderen deutschen Städten werde über Wohncontainer nachgedacht.

"Das machen wir auch", bestätigt Mitko auf Nachfrage. Auch hier werde wohl ein namentlich bisher nicht genanntes städtisches Grundstück zum Zuge kommen, denn: "Wir wissen selbst, dass wir solche Flächen auf dem freien Markt nicht haben. Eine bestehende Immobilie in dieser Größenordnung sehe ich im Moment nicht." Deswegen seien die Container die favorisierte Lösung. Über Details, zum Beispiel den einstöckigen oder zweigeschossigen Bau, müsse natürlich noch geredet werden.
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