Rage vor der Richterin

Der Mann hat vier Ehen hinter sich. Die letzte beendete er laut Anklage mit 53 Messerstichen und setzte dem Leben seiner 38-jährigen Partnerin auf brutale Weise ein Ende. Der 47-Jährige Weidener lässt sich vor dem Amberger Schwurgericht so gut wie nicht bremsen.

Er braust auf, mischt sich ein, gibt Beleidigungen gegen Zeugen von sich. Die Justiz hat sie geladen, um ein Bild von dem Mann zu erhalten, der in der Nacht zum 11. Februar letzten Jahres in Schnaittenbach (Kreis Amberg-Sulzbach) offenbar zu vier Messern griff, um seine Ehefrau zu töten.

Jetzt, so hat es den Anschein, will er nach seinem Geständnis ("Ich kann mich nur an zwei Stiche erinnern") eine Verurteilung wegen Totschlags im Affekt. Dafür, so hat er einer Zeugin erzählt, gebe es "drei bis vier Jahre." Aber die Anklage lautet auf Mord. Das Verhalten des angeklagten Gelegenheitsarbeiters hat Seltenheitswert. Er wirft mit Ausdrücken wie "Miststück" um sich und droht Zeugen: "Man sieht sich immer zweimal im Leben." Die Gerichtsvorsitzende Roswitha Stöber hat ihm inzwischen etliche Male den Ausschluss angedroht. Doch das kümmert ihn nicht: "Dann schließen Sie mich halt aus." Geschehen ist das bisher nicht. Stattdessen bekommt er Zigarettenpausen, um sich zu beruhigen.

Nach dem fünften Prozesstag ist gewiss: Das Opfer, seine Ehefrau, hatte sich einen Freund gesucht, wollte die Trennung. Der Angeklagte sagt, er sei in der Ehe untergeordnet gewesen, habe auch Schläge erdulden müssen. Doch Zeugen sagen aus: "Er war bestimmend." Und sie fügen hinzu: "Das hätte die Frau nie gemacht." Denn in dieser Partnerschaft habe geschehen müssen, "was er wollte."
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