Ragtime-CD: Gerd Uhlig spielt 15 Titel des Komponisten Scott Joplin - Bereits neue Projekte im ...
Morgengabe für Präsident Barack Obama

"Ragtime ist Lebenselixier und eine frohe Art, Musik zu machen. Das Schönste daran: Ich kann meine Begeisterung anderen mitteilen!" So ist es im Booklet der kürzlich erschienen CD "Ragtime - Gerd Uhrig plays Scott Joplin" nachzulesen.

15 Titel des genialen Komponisten wählte der frühere Musikphilologe am Max-Reger-Gymnasium und einstige Leiter des Amberger Klaviertrios aus für seine erste Musikscheibe. "Ich bin glücklich, dass die CD, die im Musikomm professionell aufgenommen wurde, so exzellent gelungen ist", freut sich der Virtuose und ergänzt: "Da Ragtime Amerikas schönste Morgengabe ist, werde ich Barack Obama eine CD schicken".

Erhältlich ist diese zum Preis von zehn Euro in einigen Amberger Geschäften und bei Gerd Uhrig (Telefon 8 27 76), der sie auch gerne mit einer Widmung versieht.

Wie sind Sie zu Scott Joplin gekommen und was hat Sie bewogen, eine eigene CD zu produzieren?

Als bestens ausgebildeter Musiker, ich lernte an der Musikhochschule in München bei Maria Hindetmith-Landes und Oskar Koebel (Klavier) und bei Günter Bialas (Tonsatz), wollte ich nun noch einmal etwas ganz Persönliches bringen und mich einer künstlerischen Herausforderung stellen. Bisher habe ich mehr Klassik gemacht, ich war Leiter des Amberger Klaviertrios und bin ein Chopin-Fan. Ragtime habe ich aber schon immer geliebt und früher im Unterricht öfter mal als aufmunternden Schlusspunkt gespielt.
Welche Anforderungen stellt das Spielen der Titel von Scott Joplin an den Interpreten?

Ragtime erschöpft sich nicht in ruhigem Spiel, sondern kann durch die von mir so genannte temporative Gestaltung noch spannender und mitreißender werden. Genauer erklärt: Man darf ihn nicht wie eine Polka oder einen Marsch spielen. Er ist auch kein Jazz, weil er wenig Swing hat. Aber er muss in sich schwingen. Es muss etwas Besonderes von ihm ausgehen.

Den Gegenrhythmus in der rechten Hand muss man sehr gut rausarbeiten. Deshalb heißt er ja Ragtime, zerrissene Zeit. Der einheitliche Rhythmus von der linken Hand, diese vier Achtel, die werden mit der rechten Hand mit einer schönen Sechzehntelmelodie sozusagen aufgelockert. Scott Joplin war da ein Genie, er hat die herrlichsten Melodien gefunden.

Sie sind ein vielseitig interessierter und talentierter Mensch, aber Ihre große Liebe gehört doch nach wie vor der Klaviermusik?

Ja, ich male auch. Zwei meiner abstrakten Bilder verwendete Grafiker Alex Beck als Coverdesign zur CD. Außerdem vertiefe ich mich in die Logotherapie nach Victor Frankl und in die Musiktherapie.
Übrigens hat das Spielen von Ragtime zu meiner eigenen Gesundung beigetragen. Diese Musik hat eine positive Wirkung auf mein Leben, sie macht froh und muntert nach meiner Erfahrung junge wie ältere Menschen auf. Sie wirkt wie ein Antidepressivum! Außerdem komponiere ich Klaviermusik und Lieder. Drei leicht frivole Kästner-Gedichte habe ich bereits vertont.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus, werden Sie weitere Aufnahmen machen?

Die Reaktionen auf die CD machen mich beinahe übermütig. Ich habe schon neue Projekte im Kopf. Eine weitere CD mit Ragtimes von Joplin und anderen Komponisten, dazu noch eine Gesangsstimme. Ich denke da an ein eine Zusammenarbeit mit Anja Killermann.
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