Rauchende Colts
Glosse

Ja, ja, die guten Tage der Kindheit. Was war das jedes Jahr an Fasching für ein Spaß, mit den Kumpels aus der Nachbarschaft Kultserien wie Bonanza nachzuspielen! Da mir schon in jungen Jahren eine stattliche Körpergröße beschieden war, war die Rolle des Sheriffs schnell geklärt. Schwer bewaffnet mit Colt und Kindermesser, zogen wir durch die Weiten der Obstgarten-Prärie. Mit dem Stetson über der Wollmütze und Mamas Seidenschal als Halstuch konnte uns keiner was. Probleme gab's nur, wenn einem die Munition in den Schnee fiel, nass wurde und im Revolver nicht mehr zündete. 30 Pfennig waren dann für die Katz.

Kinderpsychologen würden Rollenspiele dazu sagen. Wir nannten es schwerer Bankraub, schneller Süßigkeiten-Diebstahl und beim großen Kinderfasching Schutz oder Erschrecken der Prinzessinnen. Die, die wir leiden konnten, verschonten wir. Die anderen wurden gejagt und an einem Nachmittag gleich mehrfach "erschossen".

Und heute? Schon am Eingang in den Saal steht ganz groß "Waffenverbot" und "Kein Konfetti erlaubt". Liebe Veranstalter: Was ist das für ein öder Kinderfasching, auf dem echte Kerle nicht mehr die Knarre ziehen dürfen? Wer verteidigt denn nun Biene Maja vor Batman oder die Balletttänzerin vor Darth Vader? Erklärt ihr doch mal allen Piraten der Karibik, dass sie ihre neuen doppelläufigen Musketen nicht abfeuern dürfen. Das Fliegerlied oder der Anton aus Tirol in ohrenbetäubender Lautstärke sind erlaubt, aber knallende, rauchende Colts nicht. Bleibt nur noch, dass das altehrwürdige Wurstschnappen durch vegane Ernährungsberatung ersetzt wird und das Sackhüpfen einem Party-Workout for Kids weichen muss.

markus.bleisteiner@zeitung.org

Polizeibericht

Exhibitionist beim Kongresszentrum

Amberg. (upl) Einen gehörigen Schrecken hat am Donnerstagabend ein Exhibitionist zwei Frauen aus dem Kreis Schwandorf eingejagt. Als die beiden 25-Jährigen gegen 20.30 Uhr dabei waren, mit ihrem Auto in der Nähe des ACC zu parken, schlich sich der Unbekannte an die Beifahrerseite heran und entblößte sein Geschlechtsteil. Der Sittenstrolch flüchtete, als die Frauen begannen, um Hilfe zu schreien und zu hupen. Der Mann ist laut Polizei etwa 25 bis 30 Jahre alt und war mit einer dunklen Jogginghose sowie einem dunkelgrauen Kapuzen-Sweat-Shirt bekleidet. Hinweise an die Polizei (0 96 21/89 00).
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.