Rauf und runter diskutiert

Die einen sprechen von Borniertheit, die anderen davon, endlich mal Nägel mit Köpfen zu machen und die Diskussion zu beenden. PWG-Vorsitzender Andreas Raab rennt mit seinem Vorschlag, die Tiefgarage unter dem Bürgerspitalgelände doch öffentlich zu gestalten, keine offenen Türen ein.

Ganz nüchtern sieht es Hans-Jürgen Bumes, der für die Grünen im Stadtrat sitzt. "Das Thema ist rauf und runter diskutiert. Und dadurch, dass man es jetzt wieder in den Raum stellt, wird die Sachlage auch nicht anders." Rückblick: Im Einklang mit dem Geschäftsmann Dr. Ulrich Schmid und dem IHK-Geschäftsführer Johann Schmalzl hatte PWG-Vorsitzender Andreas Raab gegenüber der Amberger Zeitung das Vorhaben begrüßt, das ehemalige Bürgerspitalgelände und das leerstehende Forum noch einmal zu überplanen - und zwar gemeinsam.

Parkplätze, so das Credo der drei Befragten, seien das A und O dieser Geschichte. Andreas Raab dazu wörtlich: "Ich bin der Meinung, die Stadt sollte dringend noch einmal darüber nachdenken, die auf dem Bürgerspitalgelände geplante Tiefgarage für alle zu öffnen." Das sei an dieser Stelle aber gar nicht möglich, so entgegnet Bürgermeister Martin Preuß - er vertritt zurzeit den Oberbürgermeister - am Tag darauf auf Nachfrage. "Da gibt es Gutachten, die Probleme mit Emissionen und Immissionen vorhersagen." Tatsächlich, so Preuß, existiere eine nach langer und breiter Diskussion gefasste offizielle Beschlusslage des Stadtrats.

An die Fakten halten

Er erinnert daran, dass die CSU-Fraktion das lange anders gesehen, sich aber den blanken Fakten gebeugt hat. "Letztendlich hat man sich an das Mögliche zu halten." Und das sei eben die Beschränkung auf eine Quartiersgarage. Martin Preuß spricht sich von daher ausdrücklich dafür aus, diese Fakten anzuerkennen. "Manchmal sollte man einfach Nägel mit Köpfen machen."

Ähnlich drückt es auch SPD-Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth aus. "Das ist für mich überhaupt kein Thema mehr", so sagt sie. Die Gutachten seien eindeutig, die SPD sehe von daher keinerlei Handlungsbedarf, dem Wunsch von Andreas Raab nachzukommen. "Wir haben das doch zwei Jahre lang diskutiert, dass es enorme Probleme bereitet, wenn wir den zusätzlichen Verkehr in die Stadt hineinbringen", ergänzt Hans-Jürgen Bumes von den Grünen. Das Baureferat habe seines Wissens ja sogar Probleme, die in dieser Größenordnung geplante Quartiersgarage von den Abgasen und vom Lärm her durchzubringen.

Eine andere Position hingegen hat Josef Lorenz von Amberger Bunt. "Wir wollen Bürgerspitalgelände und Forum gemeinsam überplanen und für Handel und Dienstleistung nutzen", so führt er die Position der Bunten aus. Dazu gehöre selbstverständlich auch die Öffnung der geplanten Tiefgarage für die Kunden dieser Einrichtungen. Amberger Bunt habe den Vorschlag gemacht, auch unter dem ehemaligen Forum-Gebäude eine Tiefgarage anzulegen, um den Verkehr zu entzerren.

"Man muss sich was trauen dort", fordert Lorenz. "Es geht uns darum, dass dort oben Leben ist, und dazu gehören eben auch Parkplätze." Völlig konträr äußert sich hingegen Dr. Klaus Ebenburger, der Vorsitzende der Freien Wähler. "Eine öffentliche Tiefgarage an dieser Stelle ergibt doch überhaupt keinen Sinn, da sie den Verkehrsfluss in der Stadt völlig durcheinander bringen würde", sagt er. Das Baureferat habe sich entsprechend geäußert, ansonsten würden ja die fraglichen Gutachten eine deutliche Sprache sprechen.

Ist es Borniertheit?

Aufregen kann sich Dr. Ebenburger darüber, dass das Thema immer und immer wieder auf die Tagesordnung gesetzt wird. "Wenn ich etwas, das falsch und irgendwie dumm ist, ständig wiederhole, dann ist das schlicht Borniertheit", wirft er Raab vor. Autoverkehr in der Altstadt halte er persönlich für kontraproduktiv, im Übrigen gebe es in unmittelbarer Nähe des Areals reichlich Parkhäuser, die meist halb leer stehen. "Wenn dann eine weitere Tiefgarage da ist, fahren alle da rein und die anderen sind noch leerer." (Angemerkt)
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