Raus aus der Sackgasse

Alle Bemühungen, die Fußgänger-Unterführung des Kaiser-Ludwig-Rings im Zuge einer fälligen Bahnhof-Sanierung attraktiver zu gestalten, blieben bisher ergebnislos. Nun will die SPD Nägel mit Köpfen machen. Die Stadt soll das Planungsheft in die Hand nehmen und bis zur Marienstraße durchstechen, um dieses florierende Dienstleistungs-Quartier mit der Altstadt zu verbinden. Bild: Huber

Mit einem 19 Punkte umfassenden Antragspaket geht die Stadtrats-SPD in die Etatberatungen für 2016. Auf eine Million Euro zusätzlich taxiert die Fraktionsspitze ihren lokalpolitischen Wunschzettel und schweigt vielsagend zu einem zentralen Thema.

(zm) Kein Wort ging den Sozialdemokarten am Montag bei ihrer Haushalts-Pressekonferenz zu der von der CSU so effektvoll platzierten Tiefgaragen-Diskussion (wir berichteten) über die Lippen. Die SPD konterte aber. Sie brachte einen eigenständigen Ansatz ins Spiel, um mehr Leben und Kundenfrequenz in die Altstadt zu ziehen und fordert einen attraktiven, fußläufigen Durchstich unter den Bahngleisen hindurch, um die florierende Marienstraße mit der Kernstadt zu verbinden.

Das ist keine ganz neue Idee. Sie wurde aber bisher hauptsächlich unter dem Aspekt einer dringend nötigen Sanierung des Bahnhofareals diskutiert. Die dreiköpfige Fraktionsspitze mit Vorsitzender Birgit Fruth und den beiden Stellvertretern Martin Seibert und Uli Hübner setzt nun umfassender an. Sie möchte die bestehende Fußgänger-Unterführung von der Bahnhofstraße unter dem vierspurigen Kaiser-Ludwig-Ring hindurch zum Bahnhofsgebäude durch den Gleiskörper hindurch verlängern.

Dann käme dieser Durchstich An den Gleisen und damit in unmittelbarer Nachbarschaft zur Marienstraße heraus. Seibert begründete diesen Planungsansatz auch damit, dass bisher alle von CSU-Mandatsträgern mit großer Geste angekündigten Versprechungen zur Sanierung des Bahnhofsareals kläglich gescheitert seien. Barrierefreiheit, Park-and-Ride und bald wohl auch die Elektrifizierung der Strecke Nürnberg - Prag seien an Amberg spurlos vorübergezogen. Deshalb müsse die Kommune nun das planerische Heft in die Hand nehmen, drängt die SPD.

B 85 überwinden

Die Fraktion, die sich am Wochenende vor dieser Pressekonferenz in eine eintägige Klausur begeben hatte, brachte darüber hinaus zwei weitere fußläufige Verbindungsachsen unter den Gleisen hindurch ins Spiel. Eine - die in Höhe des Busbahnhofes - existiert schon, eine weitere könnte weiter westlich in Richtung Großkino entstehen, um so die bestehende Straßenunterführung zum Mariahilfbergweg ausschließlich dem Kraftfahrzeug-Verkehr vorzubehalten.

Eine weitere die Stadt durchschneidende Verkehrsachse möchte die SPD überwinden: die Bundesstraße 85. Um das Eisbergviertel an das südlich angrenzende Gewerbegebiet für Fußgänger besser anzubinden, sei eine Brücke über die Nürnberger Straße nötig, lautet die Forderung. Nur so könnten die im Umfeld der Welserstraße angesiedelten Einkaufsmärkte auch zur Nahversorgung genutzt werden. Zudem seien täglich in dieser Gegend rund 1000 Realschüler unterwegs. Schon allein diese beiden (weitere Anträge siehe unten) Wünsche der SPD würden das bei der Pressekonferenz bezifferte Volumen von zusätzlich einer Million Euro deutlich sprengen. So wollten Fruth und ihre beiden Stellvertreter ihren Gesamtkatalog aber auch nicht verstanden wissen.

Eckdaten müssen her

Diese Anträge, betonte das Trio, seien quasi als Anschubfinanzierung einer sozialdemokratisch ausgerichteten Stadtentwicklungspolitik zu sehen. Ohne erste Planungsansätze mit Kostenschätzungen oder Bestandsaufnahmen könnten die konkreten Projekte kaum im Detail benannt und beziffert werden und müssten immer vage bleiben. Auf dieser Ebene wollen die Sozialdemokarten ihre Vorschläge aber nicht weiter diskutieren, sie sollen mit Fakten untermauert werden.
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