Realschule: Sulzbach soll helfen

Mehrere Hundert der aktuell 1143 Jungen und Mädchen fahren mit dem Bus zur Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule und ihren "Außenstellen". 60 Prozent kommen aus dem Landkreis und könnten wohl auch ein Ausweichquartier in Sulzbach-Rosenberg besuchen. Von der Walter-Höllerer-Realschule ist derzeit die Rede - auch auf den politischen Ebenen von Stadt und Landkreis, wo diese Entscheidung fallen müsste. Bild: Steinbacher

Die Staatliche Realschule platzt nach wie vor aus allen Nähten. Jetzt soll ihr erneut der Landkreis zu Hilfe eilen, nachdem 60 Prozent der Schüler aus seinem Gebiet kommen. Sogar von der Walter-Höllerer-Realschule in Sulzbach-Rosenberg als möglichem Ausweichquartier ist die Rede.

Vonseiten der Stadt Amberg wird das zwar noch nicht offiziell bestätigt. Aber Landkreis-Pressesprecherin Christine Hollederer sagte auf Anfrage: "Wir würden ,Asyl' gewähren." Zumal an der Walter-Höllerer-Realschule mit ihren 650 Schülern nicht alle Räume genutzt und Kapazitäten vorhanden sind. Doch auch Hollederer schränkte ein: "Spruchreif ist noch nichts. Es werden nach wie vor Gespräche geführt, wie wir zusammenarbeiten können."

Landrat "hilfsbereit"

Im Hauptausschuss der Stadt klang das vergangene Woche sogar noch vorsichtiger. Da sprach Oberbürgermeister Michael Cerny davon, dass Landrat Richard Reisinger "Hilfsbereitschaft" signalisiert habe. Nicht zum ersten Mal, denn in der ehemaligen Landwirtschaftsschule des Landkreises an der Adalbert-Stifter-Straße sind bereits sechs Klassen der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule untergebracht. Sechs weitere befinden sich außerdem im seit langem mit genutzten städtischen Übergangsdomizil Möhlkaserne. Die räumliche Situation an der Fuggerstraße wird derzeit auch durch die immer noch laufende Generalsanierung im Altbau verschärft. Sie dauert noch zwei Jahre an - "eine Zeit, durch die wir durch müssen, dann haben wir eine schöne Schule", gab der OB als Durchhalteparole aus.

Die Schülerzahlen werden wohl noch einige Zeit hoch bleiben. Selbst wenn "Prognosen immer so eine Sache sind", legte Schulreferatsleiter Wolfgang Dersch, basierend auf Geburtenstatistik und erwarteten Abgängen von den Gymnasien, wahrscheinliche Klassenzahlen bis 2024 vor. Bis dahin bleibt es demnach bei 43 bis 38 Klassen (Tendenz voraussichtlich in Zwei-Jahres-Schritten absteigend). Gegenwärtig sind an der Realschule 1143 Schüler in 43 Klassen registriert. 2015/2016 werden es sogar 1188 sein, wie Dersch informierte. Damit ist und bleibt Franz-Xaver-von-Schönwerth nach seinen Worten "die größte Realschule der Oberpfalz und eine der größten in Bayern".

R 6 und G 8 bringen Zulauf

Dass die Schülerzahlen so explodiert sind, dafür gibt es laut Stadt zwei Hauptgründe: einmal die Einführung der R 6 im Jahr 2000, mit der die Zahl von unter 700 (bis 1999) auf über 1000 Jungen und Mädchen stieg. Zweitens sorgt das G 8 seit 2004 für Zulauf. Laut Cerny meiden nicht wenige diesen verkürzten und oft als stressreich angesehenen Weg am Gymnasium, um lieber mit Mittlerer Reife und anschließendem Besuch von Fach- und Berufsoberschule ebenfalls zum Abitur zu gelangen.
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