Regelmäßige Vorsorge kann Leben retten - In neun von zehn Fällen nicht tödlich
Darmkrebs erkennen und heilen

Dr. Ludwig Fischer von Weikersthal Prof. Dr. Georg Späth und Prof. Dr. Volker Groß sind am Klinikum die Darmkrebs-Experten. Sie rufen zur regelmäßigen Vorsorge aus. Bild: Klinikum St. Marien
Nach Prostatakrebs bei Männern und Brustkrebs bei Frauen ist Darmkrebs in Deutschland die zweithäufigste bösartige Tumorerkrankung, an der jedes Jahr über 25 000 Menschen sterben. "Dabei können mittlerweile neun von zehn Fälle geheilt oder gar verhindert werden, wenn die Erkrankung so früh wie möglich erkannt wird", steht in einer Mitteilung aus dem Klinikum, in der Prof. Dr. Georg Späth, Leiter des Darmzentrums, sagt: "Deshalb sehen wir nicht nur die optimale Behandlung als unsere Aufgabe an."

Kassen zahlen ab 55

Die Experten aus St. Marien sehen sich auch in der Pflicht, über Darmkrebs zu informieren und immer wieder auf die Wichtigkeit der Vorsorge hinzuweisen. Anlass ist im konkreten Fall der März, den die Felix-Burda-Stiftung zum Darmkrebs-Monat erklärt hat. "Früherkennung bedeutet bei Darmkrebs eine wesentlich höhere Lebenserwartung: Je früher wir die Diagnose stellen können, desto höher sind die Überlebenschancen", ergänzt Prof. Dr. Volker Groß, Chefarzt der Medizinischen Klinik II. Deshalb bieten die Krankenkassen für über 55-Jährige regelmäßige Darmspiegelungen an. Aber Groß weiß: "Leider nehmen immer noch viel zu wenige diese regelmäßigen Kontrollen beim Facharzt wahr."

Mehrere Möglichkeiten

Bei Darmkrebs gibt es laut der E-Mail an die Redaktion verschiedene Behandlungsmöglichkeiten: Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie - oft kommen diese Behandlungsmethoden auch kombiniert zum Einsatz. "Wichtig dabei ist, die Behandlung individuell zu planen", erklärt Dr. Ludwig Fischer von Weikersthal, Leiter des Onkologisches Zentrums.

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Krebserkrankungen seien noch lange nicht ausgeschöpft. So würden heutzutage beispielsweise molekularbiologische Untersuchungen und Therapien im Kampf gegen Krebs immer wichtiger. Dabei werde das Tumorgewebe genetisch genau untersucht. Bei Darmkrebspatienten werde zum Beispiel das Gewebe auf das sogenannte RAS-Gen getestet. Denn: Eine deutschlandweite klinische Studie, an der das zertifizierte Darmzentrum St. Marien laut der Presse-Info maßgeblich beteiligt war, zeigt, dass Patienten mit einem gesunden RAS-Gen sehr gut auf eine spezielle Antikörper-Therapie ansprechen.

"Bei dieser innovativen Therapie hemmen die Antikörper die Vermehrung der Krebszellen", wird Dr. Fischer von Weikersthal zitiert. Je nach biologischer Eigenart des Tumors können die Mediziner also zusätzlich zur Chemotherapie zielgerichtet behandeln. Ist bei einem Patienten das RAS-Gen verändert, wirken die speziellen Antikörper aber nicht.

Studien laufen

"Weitere Studien, die die biologischen Besonderheiten von Tumorgewebe in Bezug auf Gene und deren Mutationen untersuchen, laufen derzeit noch", weiß der Experte.
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