Regionalliga-Vereine von der Ansetzung der Relegation genervt - Gegner des FC Amberg steht erst ...
"Blauäugige" Terminplanung

In fünf Tagen, am Mittwoch, 3. Juni, beginnt für den FC Amberg der Kampf um den Aufstieg in die Regionalliga mit der Relegation. Welche Mannschaft aber ins Stadion am Schanzl kommt, das weiß man erst gut 20 Stunden vor Anpfiff, wenn das Rückspiel zwischen dem Zweitligisten TSV 1860 München und Holstein Kiel beendet ist.

Steigen die Löwen ab, kommt der VfR Garching nach Amberg. Bleiben die Sechziger zweitklassig, geht es gegen den SV Heimstetten. Eine kuriose Situation - für alle Beteiligten. Am verrücktesten gestaltet sich die Lage für den SV Seligenporten. Die Mittelfranken wären als Regionalliga-17. eigentlich direkter Absteiger, würden aber die Chance auf den Klassenerhalt per Relegation bekommen, wenn 1860 München absteigt und dadurch die Löwen-Reserve ans Tabellenende der Regionalliga versetzt wird.

In Seligenporten erfährt man also erst am späten Dienstagabend, ob man am Mittwoch in der Relegation gegen den FC Pipinsried antreten muss.

40 oder 160 Kilometer

Etwas leichter hat es da der VfR Garching. Der Tabellen-16. der Liga spielt definitiv am Mittwoch, die Frage ist nur, ob es ins knapp 40 Kilometer entfernte Pipinsried oder nach Amberg (170 Kilometer) geht. Franz Hölzl, VfR-Abteilungsleiter, hat seine Probleme mit der aktuellen Situation: "Wir müssen eineinhalb Wochen auf das Spiel warten und erfahren den Gegner erst am Vorabend. Dadurch gibt es natürlich brutale Terminprobleme." Denn einige Spieler hätten schon Urlaub gebucht und außerdem werde die Sommerpause extrem verkürzt, bemängelt er. Allerdings gibt Hölzl zu: "Wir müssen auf jeden Fall ran, es macht nicht den ganz großen Unterschied, ob wir gegen Amberg oder Pipinsried spielen. Amberg ist die große Unbekannte, Pipinsried kennen wir richtig gut. Die wären mir also schon lieber."

Zu wenig Gedanken

Auch Heimstettens Abteilungsleiter Michael Matejka ist alles andere als glücklich über die Wartezeit und in diesem Fall auch die Ungewissheit, denn mit einem Löwen-Abstieg hätte der SVH die Klasse gehalten. "Da hat sich der Verband wohl nicht genug Gedanken vor der Saison gemacht, das war wohl etwas blauäugig", schimpft Matejka. Doch auch die Terminierung an sich sorgt für Kopfschütteln: "1860 und Kiel hätten doch auch schon früher spielen können, das sind doch Profis! Und die Tatsache, am Donnerstag und Samstag wegen der Fußballiade nicht spielen zu dürfen, setzt dem Ganzen die Krone auf."

Alternative: Aufstockung

Die Alternative, so sehen es beide möglichen FC-Gegner, sei im Zweifelsfall eine Aufstockung der Regionalliga auf 19 oder 20 Vereine gewesen. Was den Ausgang der Relegationsspiele betrifft, da haben beide unterschiedliche Ansichten. Während man in Garching bei einem Klassenerhalt der Löwen auf mehr Zuschauer in der Relegation gegen Pipinsried hofft als gegen Amberg, hätte man in Heimstetten weniger gegen einen Abstieg der Sechziger, denn damit wäre die Regionalliga gehalten.

Heimspiel ist sicher

Entspannter geht man hingegen beim FC Amberg mit der ganzen Situation um. Das liegt auch daran, dass man so oder so zuerst am Mittwoch ein Heimspiel hat - unabhängig vom Gegner. Wobei Bernd Scheibel, der sportliche Leiter, natürlich auch gern schon früher Gewissheit über den Gegner hätte: "Natürlich wäre das einfacher für uns, aber wir stellen uns auf beide möglichen Gegner ein. In erster Linie freuen wir uns aber auf die Relegation: Das haben wir uns erarbeitet und jetzt nehmen wir es so, wie's kommt."

Eine nüchterne Herangehensweise, aber was ist die Alternative? Beide Gegner seien schon beobachtet worden, insofern müsse man das jetzt einfach abwarten. Egal ob der Gegner also am Mittwochabend Heimstetten oder Garching heißt: Den geringsten Stress in Sachen Relegationsterminierung hatte der FC Amberg. Und das könnte vielleicht ein entscheidender Vorteil im ersten Spiel werden.
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