Richard und Emilie Eurich feiern Eiserne Hochzeit
Auch Gauck gratuliert

Bürgermeister Martin Preuß (rechts) überreichte Richard und Emilie Eurich eine Geschenkschale und brachte noch das Glückwunschschreiben und einen bayerischen Kalender des Ministerpräsidenten mit. Bild: gf
"In unserer alten Heimat wäre das nicht passiert, dass der Bürgermeister zur Eisernen Hochzeit gratuliert", meinte Richard Eurich. Dass ein Ministerpräsident oder gar der Bundespräsident Glückwünsche übermitteln, wäre in Kasachstan auch schier unmöglich. Richtig erschrocken sei sie, als Post aus Berlin kam, sagte seine Frau Emilie.

Sie befürchtete, mit ihrer Aussiedlung könnte etwas nicht in Ordnung sein, doch es waren freudige Zeilen: die Gratulation von Joachim Gauck. Aus der autonomen sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen seien sie 1941 nach Kasachstan zwangsweise umgesiedelt worden, wurden fast wie Leibeigene behandelt und zur Arbeit in der Landwirtschaft verpflichtet, erzählte das Ehepaar. Der Kommandant persönlich hatte ihnen am 1. Januar 1948 die Erlaubnis zur Hochzeit erteilt, doch es dauerte bis zum 16. August 1950, ehe die Ehe auf dem Standesamt in Nikolajevka offiziell registriert wurde. Das Paar bekam vier Kinder und hat inzwischen zehn Enkel und acht Urenkel. 1999 erhielt die Familie die Erlaubnis zur Ausreise. Nach einigen Monaten im Spätaussiedler-Wohnheim in Sulzbach-Rosenberg bezogen die Eurichs eine Wohnung im Dreifaltigkeitsviertel.

"Sauf dich voll und friss dich dick, aber halt's Maul über Politik": Damit sei er in Kasachstan gut über die Runden und im Westen gut durchs Leben gekommen, sagte Eurich.
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